Holz auf Beton: NABU Bingen kompensiert bei Neubau CO2-Fußabdruck im Beton

26 Juni 2020
 

Bingen, 25. 6. 2020 - Am Rheinufer in Bingen-Gaulsheim entsteht derzeit das neue NABU-Naturschutzzentrum. Das zweiteilige Holzensemble wird auf Bodenplatten aus klimaneutralem Beton errichtet. Den Einbau von rund 280 Kubikmetern Beton übernahm vor Ort die Firma Gemünden. Dank der optimierten Zusammensetzung ist die CO2-Bilanz des von der Firma Holcim hergestellten Betons EcoPact Zero in diesem Fall bereits 23 Prozent geringer als der Branchendurchschnitt. Allein durch die Betonzusammensetzung wurden gut 13 Tonnen CO2 eingespart. Der heute noch unvermeidbare restliche CO2-Fußabdruck im Beton - in diesem Fall waren es 44 Tonnen - wurde durch Klimaschutzzertifikate von MoorFutures vollständig kompensiert.

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Der NABU-Vorsitzende Bardo Petry (Mitte) nimmt das MoorFutures-Zertifikat von
Werner Spilles (rechts) im Beisein von Tim Gemünden (links) entgegen.

Bardo Petry, 1. Vorsitzender NABU-Gruppe Bingen (NABU Bingen und Umgebung e.V.), erhielt von Werner Spilles, Geschäftsführer der Holcim Beton und Betonwaren GmbH, nun das Kompensationszertifikat von MoorFutures für 44 Tonnen CO2 überreicht. Konkret wird durch den Kauf von MoorFutures-Klimaschutzzertifikaten die Wiedervernässung des Königsmoores in Schleswig-Holstein unterstützt. Dies ist ein zeitgemäßes und besonders wirkungsvolles Instrument für den CO2-Ausgleich, denn Moore sind die größten und effektivsten Kohlenstoffspeicher auf der Erde. Eine Tonne CO2 entspricht einem Zertifikat. Die Klimawirksamkeit des Projektes Königsmoor wurde zusätzlich zum strengen MoorFutures-Standard auch vom TÜV Rheinland nach ISO 14064-2 verifiziert.

“Holcim bietet mit EcoPact Zero einen klimaneutralen Beton an, der weitestgehend CO2-reduziert ist und die heute noch verbleibenden unvermeidbaren Emissionen kompensiert. Gleichzeitig arbeiten wir mit Hochdruck daran, den CO2-Fußabdruck in unseren Betonprodukten weiter signifikant zu senken. Bereits heute sind - je nach Bauprojekt - Reduktionen gegenüber dem Branchendurchschnitt von bis zu 50 Prozent möglich. Die weitere CO2-Reduktion im Produkt ist für uns deshalb immer erstrebenswerter als die Kompensation”, so Werner Spilles vom Transportbetonlieferanten Holcim.

„Holcim hat jetzt einen von uns seit Langem geforderten Ansatz als erster Betonhersteller konsequent verwirklicht: Der Carbon Footprint des Materials wurde zum einen signifikant gesenkt. Das ist schon mal ein ganz großer Schritt. Zum anderen wurden in der Berechnung des CO2-Gehaltes der stark optimierten EcoPact Zero Betone nicht nur die Werte für die Produktion der Ausgangsstoffe und für die Betonherstellung berücksichtigt, sondern auch sämtliche Transportwege”, erklärt Bauunternehmer Tim Gemünden und fügt hinzu: „Mit Blick auf die Transportwege müssen auch die Landkreise und Kommunen verstärkt ihren Beitrag leisten: indem sie den regionalen Abbau von Rohstoffen ermöglichen. So könnten wir unnötig lange Transportwege verringern und den Carbon Footprint noch einmal deutlich senken.“

“Aus baulichen Gründen konnten wir bei dem Neubau der zwei Holzgebäude nicht ganz auf Beton verzichten. Wir wollten aber den CO2-Fußabdruck der Bodenplatten aus Beton bestmöglich reduziert wissen und die CO2-Restmenge ausgleichen. Das ist uns mit dieser klimaneutralen Lösung gut gelungen. Die Wiedervernässung von Mooren ist ein passender Kompensationsansatz”, erläutert Bardo Petry.