Holcim (Deutschland) AG und E.ON AG stellen Machbarkeitsstudie für Pumpspeicherwerk Lägerdorf vor

8 March 2013
 

Die Holcim (Deutschland) AG und die E.ON AG haben im Rahmen eines Kooperationsvertrags, in Zusammenarbeit mit der Hydroprojekt Ingenieurgesellschaft mbH, eine gemeinsame Machbarkeitsstudie erstellt. In der Studie wurde die technische und wirtschaftliche Machbarkeit eines Pumpspeicherkraftwerkes am Holcim Standort Lägerdorf (Kreidegruben Schinkel und Saturn) geprüft.

Lägerdorf  „Die technische Machbarkeit wurde in der Studie bestätigt. Hinsichtlich der Finanzierung und Wirtschaftlichkeit sowie der Abstimmung mit Behörden sind sicherlich noch verschiedene offene Fragen zu klären“, so Morten Holpert, Werksleiter in Lägerdorf.

„Technisch machbar, aber wirtschaftlich leider nicht darstellbar“, fasst Jörg Rudat, Projektleiter auf Seiten der E.ON Hanse, das Ergebnis knapp zusammen. „Die hohen Investitionskosten und eine geringe Wirtschaftlichkeit lassen eine Realisierung derzeit nicht zu.“

Hauptgründe für die geringe Wirtschaftlichkeit sind:

  • Durch die geografische Lage in Norddeutschland beträgt der nutzbare Höhenunterschied der beiden Speicherbecken – je nach Füllstand des Beckens - nur zwischen 90 und 34 Meter. Dieser geringe Höhenunterschied erfordert eine aufwendige Maschinentechnik und einen großen Tunneldurchmesser.
  • Hinzu kommt ein Kostenrisiko aufgrund technischer und geologischer Faktoren (Kreideboden), bei denen es keine Erfahrungswerte gibt. Dies führt zu spezifischen Kosten, die bis zu dreimal so hoch sind, wie bei vergleichbaren Pumpspeicher-Projekten.
  • Selbst bei einem Strompreis unter einem Cent pro Kilowattstunde, für den Betrieb der Pumpen, um das Wasser vom Unterbecken ins Oberbecken zu pumpen, wäre das Projekt aufgrund der hohen Investitionskosten nicht wirtschaftlich.

Aus diesen Gründen haben E.ON und Holcim beschlossen, die gemeinsame Kooperation, die im Rahmen der Machbarkeitsstudie geschlossen wurde, zum 23. Januar 2013 einvernehmlich zu beenden.


E.ON wird aber auch weiterhin, im Rahmen innovative Forschung und Entwicklung, das Thema Energiespeicherung verfolgen. Dabei werden unterschiedliche Ansätze von der Optimierung und Effizienzverbesserung bereits bewährter Technologien bis hin zu sehr innovativen Lösungen erforscht. E.ON zielt derzeit insbesondere darauf ab, Technologien wie die elektrische Speicherung (z.B. Batterien), die Speicherung in der Form von Gas, zum Beispiel der Umwandlung von Strom in Wasserstoff - der sogenannten "Power to Gas"-Technologie oder die Wärmespeicherung zu bewerten, zu erproben und schließlich im Energiesystem zu etablieren. Dazu werden zurzeit auch verschiedene Projekte in Schleswig-Holstein durchgeführt.

Bei allen Projekten, die den Umbau der Energieversorgung auf regenerative Energien unterstützen, muss auch auf die Kosten geachtet werden, die auf Endkunden zukommen. Daher werden von E.ON Projekte verfolgt, die unter den derzeitigen Rahmenbedingungen die größte Wahrscheinlichkeit auf eine wirtschaftliche Umsetzung versprechen. So läuft zurzeit auf Pellworm - unter dem Titel „SmartRegion Pellworm“ - ein Projekt, bei dem regenerative Erzeugung, Verbrauchsstellen und große Batteriespeicher zu einem intelligenten Netz – Smart Grid – verbunden werden.

„Die räumliche Kombination am Standort Lägerdorf von Windpark, Pumpspeicherkraftwerk und industriellem Großabnehmer von Strom ist und bleibt in Schleswig-Holstein einmalig. Ein intelligentes Stromnetz, das die Akteure auf dem Strommarkt durch das Zusammenspiel von Erzeugung, Speicherung, Netzmanagement und Verbrauch in ein Gesamtsystem integriert, ist zukunftsweisend. Andere Interessenten sind bereit, gemeinsam mit uns an den Plänen in Lägerdorf weiterzuarbeiten. Wir werden hierzu in den kommenden Wochen entsprechende Gespräche führen. Aber auch für uns als Unternehmen wird bei diesem hochkomplexen Thema am Ende die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung die zentrale Rolle spielen“, so Leo Mittelholzer, Vorstandsvorsitzender der Holcim (Deutschland) AG.

Kontakt:
Holcim (Deutschland) AG
Dr. Jens Marquardt
Leiter Unternehmenskommunikation
040-36002-312
jens.marquardt@holcim.com