Umweltauszeichnung für zwei Holcim Kieswerke in Nordrhein-Westfalen

18.05.2016
 
 

Photo v.l.: Andreas Richter, Jack und Monica Sandrock (NABU), Volkmar Wiefels, Rolf Gahrmann, Michael Jansen


Eine besondere Anerkennung erfuhren die Holcim Kieswerke Willich und Vorst, als ihnen der Vorsitzende der NABU-Gruppe Willich, Jack Sandrock, zusammen mit der Pressebeauftragten Monica Sandrock, am 12. Mai in Willich die Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“ verlieh. “Wir freuen uns, dass Sie sich mit ganzem Herzen für die doch sehr bedrohten Uferschwalben einsetzen und deren Bestand in ihren Abgrabungen über viele Jahre gefördert und erhalten haben”, so Jack Sandrock.

Aufgrund anderweitiger Verpflichtungen von Holcim Regionalleiter Frank Kessler und Werkleiter Michael Müller nahmen Rolf Gahrmann, Vorarbeiter am Standort Willich, und seine Mitarbeiter Volkmar Wiefels und Michael Jansen sowie Andreas Richter (Projektleiter Lagerstätten, Genehmigungen, Umweltschutz) die Plaketten entgegen.

Die Ehrung für ein außerordentliches Engagement zum Schutz der stark bedrohten Vögel wird im Regelfall nur Privathaushalten zu teil, welche die Anlage von Rauch- und Mehlschwalbennestern dulden bzw. begünstigen. Die Verleihung an einen Betrieb der Rohstoffgewinnung für die aktive Bereitstellung eines Lebensraumes für die Uferschwalbe stellt eine bemerkenswerte Ausnahme dar, da auch heute noch die mit dem Kiesabbau einhergehende Umgestaltung der Landschaft auch bei Naturschutzverbänden nicht uneingeschränkte Zustimmung findet.

Grundlage für die Honorierung der Bemühungen um die Belange des Artenschutzes im Kieswerk Willich der Holcim Beton und Zuschlagstoffe GmbH ist die mittlerweile ein Jahrzehnt andauernde intensive Kooperation der Standortmitarbeiter mit der gleichnamigen NABU-Ortsgruppe.


Welche konkreten Schutzmaßnahmen wurden in den Kieswerken ergriffen?

Im Trockenabbaubereich wurden aktiv Steilwände zur Anlegung von Brutröhren durch die Uferschwalbe geschaffen. Wie an allen weiteren Standorten der Region West werden im Zuge der Abbauplanung für die Gewinnung nicht unmittelbar hereinzugewinnende Uferbereiche steil belassen. Bis zu zwei Bruten im Jahr sind möglich. Die freigehaltenen Steilwände stehen zwischen den Monaten Mai bis September in der Regel nicht für einen Abbau zur Verfügung.

Zusätzlich werden Brutmöglichkeiten für die stark bedrohten Flussregenpfeifer, Austernfischer und andere Vogelarten durch Kiesschüttungen in flachen Uferbereichen angeboten. Hier werden Gelege unmittelbar in Kiesmulden gelegt und sind so von der Körnung kaum zu unterscheiden. Aufgefundene Gelege werden deshalb im Gelände deutlich sichtbar markiert, um eine versehentliche Beschädigung auszuschließen. Diese Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit den Mitarbeitern des NABU. Weitere Maßnahmen zur Unterstützung der ebenfalls akut bedrohten Wildbienen sind in Planung.

Diese Aktionen, die mit geringem finanziellen Aufwand und durch motivierte Mitarbeiter in den Werken umgesetzt werden, erhielten nun eine öffentliche Anerkennung durch den NABU. Durch die intensive Zusammenarbeit wurde den NABU-Mitarbeitern auch die Möglichkeit der Besichtigung des ebenfalls im Kreis Viersen gelegenen Standortes Vorst gegeben. Auch hier war man sich einig, dass unter Leitung von Werksleiter Stefan Lubjuhn und Vorarbeiter Olaf Fricke ein bedeutender Beitrag zum Umweltschutz geleistet wird. Auch dieser Standort wurde zur freudigen Überraschung der Holcim Kollegen mit ausgezeichnet.

Im Zuge des vom NABU anberaumten Pressetermins betonte Andreas Richter, dass in allen fünf Kieswerken der Region, also auch Stenden, Kleinenbroich und Kaarst, weit über die genehmigungsrechtlichen Vorgaben hinausgehende Maßnahmen zum Artenschutz umgesetzt werden. Nur so ist zu erklären, dass jedes Jahr mindestens 60 bis 80 Schwalbenpaare zur Brut kommen.

Der Standort Kaarst stellt zwischenzeitlich mit bis zu 300 Paaren eine der fünf größten Uferschwalbenkolonien in ganz Nordrhein-Westfalen dar. Durch die Erweiterung der Beziehungen zu den Naturschutzverbänden soll auch an den anderen Standorten versucht werden, diese Anerkennung zu erhalten.

Die NABU-Plaketten werden nun deutlich sichtbar für Besucher am Eingang der Betriebsgebäude aufgehängt und die Genehmigungsbehörden über die Auszeichnung informiert. Ein kleines, weiteres Puzzleteil in der positiven Wahrnehmung durch die Öffentlichkeit und Aufsichtsbehörden.


Steckbrief Uferschwalbe
Die Uferschwalbe ist die kleinste Schwalbenart Europas. Sie lebt und brütet in Kolonien ausschließlich an Gewässern. Die Eiablage erfolgt in Brutröhren, die in mit Schnabel und Krallen ca. 40 cm tief in die sandigen und feinkiesigen Partien eines Steilufers gegraben und mit Grashalmen ausgefüllt werden.

Natürliche Steilwände, die sich an den Prallhängen eines mäandrierenden Flusses bilden, stehen aufgrund von Flussbegradigungen kaum mehr zur Verfügung, sodass die Art stark in Ihrem Bestand bedroht ist und als „streng geschützt“ eingestuft wird. In NRW leben derzeit ca. 6.000 Brutpaare.


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Kontakt:
Holcim (Deutschland) GmbH
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Leiter Unternehmenskommunikation
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