1. Holcim Beton-Forum: Bauen für die Zukunft

 

Wolfsburg, 6. November 2006


Wie sieht eigentlich das "Bauen für die Zukunft" aus? Welche Visionen lassen sich schon heute mit modernen Baustoffen umsetzen? Welche Strategien und aktuellen Projekte verfolgen Großinvestoren aus der Immobilienbranche und aus dem Energiesektor?


Auf Einladung von Holcim Deutschland trafen sich Anfang November rund 250 Vertreter aus der Bauwirtschaft im Science Center "phaeno" in Wolfsburg zum ersten Holcim Beton-Forum. Fünf Fachvorträge und viele persönliche Gespräche am Rand der Veranstaltung sorgten für einen abwechslungsreichen und informativen Tag, der von Prof. Dr.-Ing. Harald Budelmann (TU Braunschweig) moderiert wurde.

 

Das Programm im Überblick


"Wir wollen Sie für das Bauen der Zukunft begeistern. Lassen Sie uns gemeinsam über neue Wege nachdenken. Wir brauchen noch mehr mutige Bauherren und Architekten, die mit frischen Ideen und Innovationskraft vorangehen", sagte Karl Gernandt, Vorstandsvorsitzender der Holcim (Deutschland) AG, bei seiner Begrüßung.

Das Science Center "phaeno" selbst stand im Mittelpunkt der ersten Vorträge, denn für dieses neue Gebäude wurde ein spezieller Selbstverdichtender Beton entwickelt, um den Anforderungen an Form und Gestaltung gerecht zu werden. Dr. Wolfgang Guthardt, Direktor des phaeno in Wolfsburg, berichtete als Hausherr zunächst von der positiven weltweiten Medienresonanz auf dieses ungewöhnliche Bauwerk, das jetzt die Innenstadt mit dem Bahnhof und der Autostadt verbindet. "Der Neugier gehört die Zukunft", sagte Guthardt. In der Experimentierlandschaft phaeno ist Entdeckungslust gefragt, denn hier erfolgt das Lernen nach eigener, freier Wahl.

Für den Bauherren brachte Stararchitektin Zaha Hadid (Pritzker Preisträgerin 2003) die Ideen zu Papier und schuf damit einen eindrucksvollen Entwurf, der von den Architekten Roland Mayer und Peter Maximilian Bährle aus Lörrach erfolgreich geplant und umgesetzt wurde. Roland Mayer stellte zunächst in seinem Vortrag die Planung in den Mittelpunkt, wobei das Erzeugen spezieller Beton-Oberflächen eine zentrale Rolle spielte. Eine Nachbearbeitung der Oberflächen war nicht vorgesehen. "Somit ist jede Schalung ein Unikat und verdeutlicht zugleich die Einmaligkeit des Baus", erklärte Mayer.

Sein Kollege Peter Maximilian Bährle zeigte die Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung. Beim phaeno ist es in vielfacher Weise gelungen, dem Raum mit Beton Gestalt zu verleihen. "Für uns bedeutet die Fertigstellung des Gebäudes, dass wir jetzt den Weg zwischen Gestalt und Material in beide Richtungen vollständig gegangen sind. Es stellt sich für uns jetzt die Frage, welche Richtung wir weitergehen: die unsichere von der Gestalt zum Material oder die sichere vom Material zur Gestalt."

Beim phaeno wurden auch neue Wege in der Betontechnik beschritten. Dr.-Ing. Karim Hariri, Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz der Technischen Universität Braunschweig, ging deshalb näher auf den Einsatz von Selbstverdichtendem Beton (SVB) für das phaeno ein. Dieser Spezialbeton wurde unter maßgeblicher Beteiligung von Holcim-Mitarbeitern eigens für dieses Bauprojekt entwickelt und unterlag einer sehr aufwändigen Qualitätskontrolle. Hariri verdeutlichte, dass Forschung und Baupraxis trotz der Erfolge noch einige Fragen bei diesem neuen Baustoff zu lösen haben. Sein abschließendes Fazit: "Selbstverdichtender Beton ist ein moderner Baustoff mit hoher Leistungsfähigkeit und vielfältigen Möglichkeiten bei der Gestaltung und Verarbeitung."

Von der Baukunst zum Wirtschaftsbau. Jens-Ulrich Maier, Geschäftsführer Bau der ECE-Projektmanagement GmbH & Co. KG aus Hamburg, gab im zweiten Teil der Veranstaltung beeindruckende Einblicke in die Entwicklung, die Realisierung und das Management von Großprojekten wie innerstädtischen Einkaufszentren, Hauptbahnhöfen oder Spezialimmobilien. "Die Einzelhandelslandschaften verändern sich permanent und auch die Shoppingcenter passen sich den Marktumständen an", sagte Maier. Das Unternehmen investiert jährlich europaweit mehrere hundert Millionen Euro in Neu- und Umbauten, viele davon in Deutschland. Dabei ist für ECE neben einer ansprechenden, qualitativ hochwertigen Architektur die Funktion der Bauwerke ein besonders wichtiger Punkt, denn auf Umbauwünsche der Kunden und neue Marktanforderungen will das Unternehmen schnell und flexibel reagieren können. ECE wird auch in den nächsten Jahren einer der größten Nachfrager von Baudienstleistungen sein. "Wir brauchen stabile und belastbare Partner in der Bauindustrie", betonte Maier.

Dr.-Ing. Eckhard Ritterbach vom Energieversorger RWE Power AG aus Essen gab eindrucksvolle Einblicke in verschiedene Bauvorhaben und die mit diesen Großinvestitionen verbundenen bautechnischen Herausforderungen. "Bauen für die Zukunft" bedeutet für RWE Power, hohe Investitionen in innovative Kraftwerkstechnik zu tätigen, um die aktuellen Anforderungen an Versorgungssicherheit, Ressourcenschonung und Klimaschutz zu erfüllen. "Mit einem umfangreichen Kraftwerkserneuerungsprogramm nimmt das Unternehmen diese Herausforderungen an", erklärte Ritterbach zuversichtlich.

Ausblick


Das 2. Holcim Beton-Forum wird sich mit dem Themenfeld " Mobilität und Infrastruktur" beschäftigen und findet am 5. November 2007 in Bremerhaven statt.