2. Holcim Beton-Forum in Bremerhaven

 

Bauwirtschaft diskutierte zum Thema Mobilität und Infrastruktur

Bremerhaven - Auf Einladung von Holcim Deutschland trafen sich am 5. November im Deutschen Auswandererhaus in Bremerhaven rund 200 Vertreter aus der Bauwirtschaft zum 2. Holcim Beton-Forum. Das Treffen stand unter dem Thema "Mobilität und Infrastruktur". Sechs Fachvorträge sorgten für einen informativen und abwechslungsreichen Tag, der von dem Journalisten Peter von Sassen (NDR) moderiert wurde.

 

Zum Themenhintergrund: Als Folge der Globalisierung nimmt der Überseehandel seit Jahren stark zu. Die deutschen Küstenregionen profitieren von dieser Entwicklung durch Investitionen in neue Hafen- und Umschlagsanlagen sowie Baumaßnahmen zur Anbindung des Hinterlands. Im Städtebau verstärkt sich seit Jahren der Trend zum Wohnen und Arbeiten am Wasser. Bei seiner Begrüßung zeigte sich Leo Mittelholzer, Vorstandsvorsitzender der Holcim (Deutschland) AG, optimistisch und wies auf die Chancen im Infrastrukturbereich und im Wirtschaftsbau hin. "Die anstehenden Großprojekte werden in Norddeutschland beachtliche Auswirkungen auf die Infrastruktur und die Wirtschaftsentwicklung haben." Die Planungsphasen müssten aber noch an Geschwindigkeit gewinnen, um den Anforderungen an eine zeitnahe Realisierung der Bauvorhaben gerecht zu werden. Der Veranstaltungsort, das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven, stand im Mittelpunkt des ersten Beitrags: Der Architekt Andreas Heller brachte den Gästen die Besonderheiten der Architektur näher und erläuterte das Ausstellungskonzept.

 

Der Veranstaltungsort zeigt realitätsnah die Bedingungen, unter denen mehr als sieben Millionen Menschen von hier in alle Welt emigriert sind. Anschließend stellte Dipl.-Ing. Heiko Obst (HOCHTIEF Construction AG, Bremen) den Ausbau des Containerhafens Bremerhaven (CT 4) vor.

Der deutsche Container-Tiefwasserhafen Jade-Weser-Port stand im Mittelpunkt des dritten Beitrages. Helmut Werner (JadeWeserPort Realisierungs GmbH & Co. KG, Wilhelmshaven) ging auf den aktuellen Planungsstand und die Standortvorteile Wilhelmshavens ein.

Dr. Ing. Karl Morgen (WTM Engineers, Hamburg) präsentierte im Anschluss die HafenCity Hamburg, eines der bedeutendsten Projekte der Stadtentwicklung in Europa. Nach einem kurzen Überblick ging er auf die bautechnischen Besonderheiten des Großprojekts ein.

Zentrale Verkehrsinfrastruktur-Projekte der Metropolregion Hamburg wurden im nachfolgenden Beitrag von Dipl. Ing. Norbert Hogreve (Amt für Verkehr und Straßenwesen, Freie und Hansestadt Hamburg) vorgestellt. "Verkehr ist stets eine abgeleitete Größe", erklärte Hogreve und verwies auf die unter schiedlichsten Einflussfaktoren wie Pendlerverhalten, öffentlicher Nahverkehr oder das Wirtschaftswachstum im Hamburger Umland.

 

Ausführungen zur Planung der Nord-West-Umfahrung von Hamburg (A 20) bildeten den Abschluss der Fachvorträge. Kai-Uwe Schacht (Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein, Itzehoe) und Dr. Eberhard Krauß (elbe-link Ingenieurgemeinschaft GbR, Hamburg) zeigten hier den aktuellen Planungsstand auf. Der nächste Termin steht schon fest: Am 6. November 2008 wird das 3. Holcim Beton-Forum im Sprengel-Museum in Hannover stattfinden. Diskutiert wird dann das Themenfeld "Architektur und Sichtbeton".

Zum Abschluss stand wieder das Deutsche Auswandererhaus im Mittelpunkt. Nach einem Vortrag des Mitarbeiters Robert Fuchs sammelten die Gäste mit einem Rundgang durch die Ausstellung nachhaltige Eindrücke von den Lebensumständen mehrerer Auswanderergenerationen.