4. Holcim Beton-Forum zum Thema "Beton und Umwelt"

 

Mehr als 200 Fachleute aus der Bauwirtschaft in Lübeck zu Gast

Bereits zum vierten Mal hatte Norddeutschlands größter Baustoffhersteller zum Holcim Beton-Forum eingeladen, das diesmal in den Lübecker Media-Docks ausgerichtet wurde und unter dem Motto " Beton und Umwelt" stand. Erneut waren über 200 Fachleute aus der Bauwirtschaft der Einladung gefolgt. Als Moderator führte, wie im Vorjahr, der Journalist Peter von Sassen vom NDR durch die Veranstaltung.

Nach seinem Grußwort und einem kurzem Ausblick warf Leo Mittelholzer, Vorstandsvorsitzender der Holcim (Deutschland) AG, folgende Fragen auf, die im Mittelpunkt der weiteren Veranstaltung standen:

  • Gibt es Auswirkungen des Klimawandels auf das Bauen?
  • Was ist "Nachhaltiges Bauen" und wie lässt es sich beurteilen?
  • Welcher Wert wird der Nachhaltigkeit von Bauweisen zugemessen?
  • Wurden bereits Projekte für umweltschonendes Bauen erfolgreich in die Praxis umgesetzt?

Mit Dr. Paul Becker vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach ging der erste Referent auf die Thematik "Auswirkung des Klimawandels auf das Bauen" ein und erklärte unter anderem die Kopplung von globalen Klimamodellen mit einer Reihe von Emissionsszenarien. Dank dieser räumlich differenzierten Prognosen aus den Klimaprojektionen können in der Folge geeignete Maßnahmen für klimawandelgerechtes Bauen ergriffen werden. Anschließend stellte Dr. Christine Lemaitre von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e. V., Stuttgart, den Veranstaltungsteilnehmern das "Gütesiegel Nachhaltiges Bauen" vor. Dieses System beruht auf einem umfassenden Kriterienkatalog zur ganzheitlichen Betrachtung des Gebäudelebenszyklus. Im Rahmen eines Zertifizierungssystems umfasst das Gütesiegel neben Ökologie, Ökonomie und Soziokultur auch die Bewertung der technischen Qualität sowie der Prozess- und Standortqualität.

Prof. Dr. Bernhard Bürklin von der Hochtief AG Essen stellte im nächsten Referat fest, dass der Beitrag der Bauwirtschaft zur Reduzierung der Treibhausgase von der öffentlichen Meinung noch zu wenig wahrgenommen wird. Dabei könne die Bau- und Immobilienwirtschaft wie kaum eine andere Branche einen entscheidenden, gesellschaftsrelevanten Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten.

Die Präsentation des Neuen Regionshauses Hannover als gelungenes Praxisbeispiel für ressourceneffizientes Bauen übernahm Dr. Kati Herzog von Bilfinger Berger, Frankfurt/Main. Dieses Bauobjekt wurde im März 2007 fertig gestellt und im Januar 2009 mit dem Deutschen Gütesiegel Nachhaltiges Bauen (DGNB) in Gold, der höchsten Güteklasse, ausgezeichnet. Mit dem Ostsee-Riff vor Nienhagen stellte Dipl.-Ing. Thomas Mohr von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern, Rostock, dem Publikum ein nicht minder interessantes Umweltprojekt vor. Dieses künstliche Riff aus Beton-Elementen ist in seiner Dimension und dem wissenschaftlichen Programm einzigartig im Ostseeraum. Der Baustoff Beton spielte dabei eine wichtige Rolle, angefangen von Riffkegeln über spezielle Algentische bis hin zu 6 Tonnen schweren Tetrapoden.

Abgerundet wurde die Veranstaltung mit dem Beitrag "Nachhaltiges Bauen mit Beton in Theorie und Praxis" von Prof. Dr. Peter Lieblang, Hochschule Bochum. Der Schlussreferent empfahl dabei ausdrücklich, die Bedürfnisse der Bauherren nicht außer Acht zu lassen, damit durch sorgfältige Planung und Ausführung des jeweiligen Bauvorhabens ein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung geleistet werden kann. Zum Abschluss des Holcim Beton-Forums stellten sich die Referenten während einer Podiumsdiskussion den Fragen des Fachpublikums. Den Rahmen des 4. Holcim Beton-Forums nutzte Dr. Mathias Höppner, Leiter des Technical Marketing und Organisationschef der Veranstaltung, um den interessierten Fachteilnehmern mit der "Betonpraxis" und den "Betontechnischen Daten" die neuesten Publikationen der Holcim (Deutschland) AG zu präsentieren.