Oxyfuel-Technologie - ein Weg zu zukunftsfähigem Zement

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Oxyfuel steht für reinen Sauerstoff - und künftig für Zement mit weniger CO2-Emissionen. Denn die Technologie bietet innovative Möglichkeiten für eine der größten Herausforderungen der Industrie: Die Dekarbonisierung der Zementwerke. Denn die bei der Zementproduktion entstehenden CO2-Emissionen sind größtenteils unvermeidbar, da sie aus dem Rohstoff selbst freigesetzt werden - selbst bei Einsatz erneuerbarer Energien. Das innovative Oxyfuel-Verfahren zur Abscheidung des CO kann ein Ansatz sein, dass sie nicht mehr in die Atmosphäre gelangen.
 

Das Oxyfuel-Prinzip soll die Art und Weise verändern, wie wir mit den Emissionen aus industriellen Prozessen umgehen. Im Wesentlichen wird dabei künftig für die Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Brennstoffen reiner Sauerstoff anstelle von Umgebungsluft verwendet. So entsteht ein CO2-reiches Prozessgas, das anschließend in einer CO2-Abscheideanlage gereinigt und aufbereitet wird. Das Oxyfuel-Verfahren der zweiten Generation soll die Reinheit des Prozessgases sichern und ermöglichen, das enthaltene CO2 nahezu vollständig abzuscheiden.

Das aufbereitete CO2 soll künftig so rein sein, dass es Lebensmittelqualität hat - und Getränken als Kohlensäure zugesetzt werden könnte. Nahezu alle CO2-Emissionen aus der Zementklinker-Produktion können perspektivisch dann als wertvolle Ressource genutzt werden. Das Oxyfuel-Verfahren der zweiten Generation kann somit eine innovative Lösung für die Herausforderungen der industriellen Emissionsreduktion in der Zementindustrie darstellen. Allerdings sind für den Einsatz der energieintensiven Technologie verschiedene Standortfaktoren Voraussetzung, zum Beispiel die Verfügbarkeit von ausreichend regenerativer Energie.

Oxyfuel-Technologie im Holcim Zementwerk Lägerdorf

An unserem Standort in Lägerdorf sind diese Voraussetzungen erfüllt. Die Küstennähe bietet die Möglichkeit zur Anbindung von Offshore-Windparks. Deshalb planen wir hier eine neue Ofenlinie und die Oxyfuel-Technologie in den nächsten Jahren in einem der ersten Nahe-Null Zementwerke der Welt einzusetzen. Nach der Umrüstung des Werks in Lägerdorf sollen dann nahezu 100 Prozent der CO2-Emissionen bei der Zementherstellung abgeschieden und jährlich über eine Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Das Projekt planen wir gemeinsam mit unseren Technikpartnern. Mit thyssenkrupp Calvion wollen wir die Oxyfuel-Technologie der zweiten Generation erstmals in einem Zementwerk einsetzen. Gleichzeitig wollen wir mit Linde Engineering hochmoderne CO2-Abscheideanlagen realisieren, die das aufbereitete CO2 auf Lebensmittelqualität bringen kann.

Das Oxyfuel-Verfahren kann ein Schlüssel zur Transformation von industriellen Prozessen hin zu nachhaltigeren Produktionsmethoden sein und neue Chancen für die Nutzung von Ressourcen eröffnen.

Ziel: 100 %

der CO2-Emissionen abscheiden

>1 Mio. Tonnen CO₂

jährlich einsparen