Estriche

 

Estrich bezeichnet eine (oder mehrere) Schicht(en) aus Estrichmörtel, die direkt auf dem Untergrund (mit oder ohne Verbund) oder auf einer dazwischenliegenden Dämmschicht verlegt wird. Er wird eingesetzt, um eine vorgegebene Höhenlage zu erreichen, einen Bodenbelag aufzunehmen oder um unmittelbar genutzt zu werden. 

 

Die DIN EN 13813 unterscheidet abhängig von der Art des Bindemittels zwischen: 

  • Zementestrich (CT), 
  • Calciumsulfatestrich (CA), 
  • Magnesiaestrich (MA),
  • Gussasphaltestrich (AS) und 
  • Kunstharzestrich (SR).

 

Die DIN 18560 differenziert Estriche nach ihrer Anwendung in:

  • Estriche und Heizestriche auf Dämmschicht (schwimmende Estriche), 
  • Verbundestriche,
  • Estriche auf Trennschichten, 
  • hochbeanspruchte Estriche (Industrieestriche).

 

Die verschiedenen Estricharten unterscheiden sich in den folgenden Eigenschaften, die spezifisch auf die jeweilige Anwendung abgestimmt werden müssen: 

  • Druckfestigkeit
  • Biegezugfestigkeit 
  • Verschleißwiderstand (nach Böhme oder BCA)
  • Verschleißwiderstand gegen Rollbeanspruchung
  • Oberflächenhärte
  • Widerstandsklassen gegen Rollbeanspruchung
  • Biegezugelastizitätsmodul
  • Haftzugfestigkeit
  • Wärmedämmung
  • Schallabsorption
  • chemische Beständigkeit
  • Brandverhalten
Anwendungstechnische Hinweise

Zementestrich: 

  • Das Zugabewasser ist bei Estrichen auf Zementbasis niedrig zu halten

  • Der Zementgehalt sollte auf das Minimum reduziert werden

  • Ab Mörtel- und Bauteiltemperaturen von 25 °C wird die Erhärtung beschleunigt womit sich die Verarbeitungszeit verkürzt - in diesem Fall ist der Einsatz von langsam erhärtenden Zementen zu empfehlen

  • Bei normalen Temperaturen können sogenannte “Beschleuniger” für die schnellere Belegreife von den Estrichunternehmen zum Einsatz kommen

  • Des Weiteren können Fasern als “Estrichbewehrung” eingesetzt werden. Diese sind insbesondere Glas- und/oder Kunststofffasern, welche zur Verringerung der Schrumpf- und Frührisse eingesetzt werden


Calciumsulfatestrich:

  • Bei Calciumsulfatfließestrichen ist der Wassergehalt höher im Vergleich zum Zementestrich, um hier die selbstverdichtende Konsistenz sicherzustellen

  • Die geringe Quell- und Schwindneigung ermöglicht den Einbau von Calciumsulfat-Fließestrichen mit wenigen Fugen

  • Einfache Verarbeitung durch gute Fließeigenschaften

  • Bei sachgerechtem Einbau kann durch die hohe Fließfähigkeit des Estrichs eine sehr ebenmäßige Oberfläche erzielt werden

  • Die homogene Materialzusammensetzung liefert ein gleichmäßig hohes Festigkeitsniveau über die gesamte Einbaufläche


Bauausführung:

  • Schneller Baufortschritt durch frühe Festigkeitsentwicklung

  • Typische Zementestriche werden in erdfeuchter Konsistenz eingebaut, über eine Estrichpumpe verteilt und händisch abgezogen

  • Fließestriche werden in der selbstverdichtenden Konsistenz über eine Pumpe eingebaut

  • Die Temperatur des Estrichs und der Umgebung sollen für 3 Tage 5 °C nicht unterschreiten

  • Nach dem Einbau sollte der Estrich mindestens 7 Tage vor Zugluft und hohen Temperaturen geschützt werden

  • Zementestrich kann nach 24 h betreten und nach ca. 5 Tagen belastet werden. Diese Belegereife ist immer vor Ort vom Fachunternehmen zu prüfen.

Anwendungsbereiche
  • Bodenbelag 
  • Unterbau für Bodenbeläge
  • für Fußbodenheizungen geeignet

Alexander Jurecka
Produktmanager Transportbeton Saar-Mosel, Süd

Mobil +49 1511 2537237
alexander.jurecka@holcim.com

 

Monika Drabek
Produktmanagerin Transportbeton Mitte

Mobil +49 160 4230684
monika.drabek@holcim.com