Rohstoffsicherung für das Zementwerk Beckum-Kollenbach

Stand: Juni 2020

 

Was ist geplant?
Seit über 100 Jahren wird bereits am Standort Kollenbach in Beckum Kalkmergel als Rohstoff für die Klinker- und Zementproduktion abgebaut. Dieser wird bei Holcim vorwiegend in den eigenen und externen Steinbrüchen im nördlichen Abbaugebiet von Beckum gewonnen. Hier besteht ein abgestimmtes Abbaukonzept, das den Kalkmergelabbau im eigenen Steinbruch “Kollenbach II” sowie im “Steinbruch Beckum-Nord” (Phase 2) der Firma Dyckerhoff GmbH vorsieht. Beim derzeitigen Verbrauch befinden sich in diesem Abbaugebiet noch Rohstoffreserven für ca. 21 Jahre.

Nach Beendigung der Abbautätigkeit im Steinbruch Beckum-Nord - voraussichtlich 2022 - soll sich der Abbau dann in Richtung Autobahn erweitern. Hierzu soll das Erweiterungsgebiet “Königkamp” (Phase 4 und 6) in zwei Phasen erschlossen werden, das dann für ca. zehn weitere Jahre Rohstoffreserven liefert. Diese Fläche ist bereits seit vielen Jahren landesplanerisch als Vorranggebiet für den Abbau oberflächennaher Rohstoffe­ ausgewiesen. Zwischen den Phasen 4 und 6 im Erweiterungsgebiet “Königkamp” und im Anschluss hieran wird der Rohstoffabbau in den Bereich Kollenbach II (Phasen 5, 7-9) verlegt und dort fortgeführt.

abbauplanung koenigkamp vellernsued 11 06 2021


Was ist in den vergangenen Jahren passiert?

Die Rohstoffsicherung und die damit verbundenen Abbauschritte sind stets mit einem langfristigen Vorbereitungs- und Planfeststellungsverfahren verbunden. Bereits seit einigen Jahren wird die Erweiterung des Steinbruchs um das Areal “Königkamp” verstärkt mit verschiedenen Stakeholdern erörtert.

Vor diesem Hintergrund wurde bereits zwischen 2016 und 2018 mit der Hilfe von gut 20 Tiefbohrungen im Teilbereich Königkamp ein aussagekräftiges 3D-Lagerstätten-Modell entwickelt: Neben der Feststellung des Calciumcarbonat-Gehalts wurden rund 20 verschiedene Elemente untersucht und ein Schichtenverzeichnis zur Feststellung der Mächtigkeiten der abbauwürdigen Formationen erstellt. Zudem wurden aufgrund der Nähe zu den aktiven Steinbrüchen in den vergangenen Jahren bereits weitere wichtige und notwendige Informationen gesammelt.

Im Juli 2019 hat die Holcim WestZement GmbH die Mitteilung des Vorhabensträger nach § 15 UVPG bei der zuständigen Genehmigungsbehörde, dem Kreis Warendorf, eingereicht. Durch die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange, verschiedener Verbände und weiterer Parteien wie z.B. Energieversorgern, wurde offiziell das Genehmigungsverfahren eingeleitet. Zwischenziel war es, auf dieser erarbeiteten Datenbasis ein Scoping mit der zuständigen Behörde und der weiteren Fachöffentlichkeit durchzuführen. In diesem Rahmen werden unter anderem der Untersuchungsraum und -umfang für die geforderten Antragsunterlagen - wie Umweltverträglichkeitsprüfung oder hydrogeologisches Gutachten - erörtert. Der Scoping-Termin mit allen Beteiligten fand im November 2019 statt. Hieran anschließend fanden bis zu Beginn des Jahres 2021 die ausstehenden natur- und artenschutzrechtlichen Kartierungen, weitere Untersuchungen sowie parallel hierzu die Erstellung der Fachgutachten im Rahmen des Verfahrens statt.


Wie geht es in der kommenden Zeit weiter?
Ziel ist es, den vollständigen Genehmigungsantrag zur Steinbrucherweiterung im Sommer 2021 bei der Behörde einzureichen. Die Planfeststellung wird zu Beginn des Jahres 2022 erwartet. Vor dem geplanten Abbaubeginn in der zweiten Jahreshälfte 2022 sind vorbereitende Maßnahmen zur Erschließung notwendig. Dazu gehören neben einer Abraumkampagne auch der Rückbau einer Hofstelle sowie die Umlegung eines Teilstückes der Wegeverbindung Knükel.


Werk Beckum im Überblick
Seit über 100 Jahren werden am Standort Kollenbach in Beckum Klinker und Zement produziert. Aus der Region für die Region: Ohne qualitativ hochwertigen Zement kein Beton. Und ohne Beton keine Bauwerke wie Einfamilienhäuser, Schulen, Brücken, Abwassersysteme, Autobahnen oder Hafenanlagen. Zum Jahresende 2020 waren im Werk Beckum-Kollenbach der Holcim WestZement GmbH selbst rund 120 MitarbeiterInnen beschäftigt. Über 10 Jugendliche durchlaufen hier gerade eine gewerbliche oder kaufmännische Ausbildung. Die Leitung des Werkes liegt seit Juni 2021 in den Händen von Jan Kristof Peters. Auf dem Werksgelände arbeiten noch ca. 20 weitere MitarbeiterInnen der Holcim Deutschland Gruppe aus den Bereichen Verkauf, Einkauf, Logistik, Personal und Geocycle.

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