Rohstoffsicherung für das Zementwerk Beckum-Kollenbach

Stand: 16. September 2019

 

Was ist geplant?
Seit über 100 Jahren wird bereits am Standort Kollenbach in Beckum Kalkmergel als Rohstoff für die Klinker- und Zementproduktion abgebaut. Dieser wird bei Holcim vorwiegend in den eigenen und externen Steinbrüchen im nördlichen Abbaugebiet von Beckum gewonnen. Hier besteht ein abgestimmtes Abbaukonzept, das Kalkmergelabbau im eigenen Steinbruch “Kollenbach II” sowie im “Steinbruch Beckum-Nord” (Phase 2) der Firma Dyckerhoff AG vorsieht. Beim derzeitigen Verbrauch befinden sich in diesem Abbaugebiet noch Rohstoffreserven für ca. 23 Jahre.

Nach Beendigung der Abbautätigkeit im Steinbruch Beckum-Nord - voraussichtlich 2024 - soll sich der Abbau dann in Richtung Autobahn erweitern. Hierzu soll das Erweiterungsgebiet “Königkamp” (Phasen 4 -7, Teilbereich von Phase 8) erschlossen werden, das dann für ca. sieben weitere Jahre Rohstoffreserven liefert. Diese Fläche ist bereits seit vielen Jahren landesplanerisch als Vorranggebiet für den Abbau oberflächennaher Rohstoffe­ ausgewiesen. Anschließend wird dann der Rohstoffabbau wieder in den Bereich Kollenbach II (Phasen 8-9) verlegt und dort fortgeführt.

 

 

Was ist in den vergangenen Jahren passiert?
Die Rohstoffsicherung und die damit verbundenen Abbauschritte sind stets mit einem langfristigen Vorbereitungs- und Planfeststellungsverfahren verbunden. Bereits seit einigen Jahren wird die Erweiterung des Steinbruchs um das Areal “Königkamp” verstärkt mit verschiedenen Anspruchsgruppen besprochen.

Vor diesem Hintergrund wurde bereits zwischen 2016 und 2018 mit der Hilfe von gut 20 Tiefbohrungen im Teilbereich Königkamp ein aussagekräftiges 3D-Lagerstättenmodell entwickelt: Neben der Feststellung des Calciumcarbonat-Gehaltes wurden rund 20 verschiedene Elemente untersucht und ein Schichtenverzeichnis zur Feststellung der Mächtigkeiten der abbauwürdigen Formationen erstellt. Zudem wurden aufgrund der Nähe zu den aktiven Steinbrüchen in den vergangenen Jahren bereits weitere wichtige und notwendige Informationen gesammelt.

Im Juli diesen Jahres hat die Holcim WestZement GmbH die Mitteilung des Vorhabensträger nach § 15 UVPG bei der zuständigen Genehmigungsbehörde, dem Kreis Warendorf, eingereicht. Durch die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange, verschiedener Verbände und weiterer Parteien wie z.B. Energieversorger wurde offiziell das Genehmigungsverfahren eingeleitet. Zwischenziel ist es, auf dieser erarbeiteten Datenbasis ein Scoping mit der zuständigen Behörde und der weiteren Fachöffentlichkeit durchzuführen. In diesem Rahmen wird unter anderem der Untersuchungsraum und -umfang für die beizubringenden Antragsunterlagen, beispielsweise eine Umweltverträglichkeitsprüfung oder ein hydrogeologisches Gutachten, erörtert.


Wie geht es in der kommenden Zeit weiter?
Es wird angestrebt, das sogenannte Scoping im Herbst 2019 mit allen interessierten Parteien durchzuführen. Sofern noch nicht bereits vollständig durchgeführt, werden anschließend ausstehende natur- und artenschutzrechtliche Kartierungen fortgeführt, weitere Untersuchungen begonnen und parallel hierzu die Fachgutachten erstellt. Finales Ziel ist es, den vollständigen Genehmigungsantrag zur Steinbrucherweiterung im Sommer 2020 bei der Behörde einzureichen.


Werk Beckum im Überblick
Seit über 100 Jahren wird am Standort Kollenbach in Beckum Klinker und Zement produziert. Aus der Region für die Region: Ohne qualitativ hochwertigen Zement kein Beton. Und ohne Beton keine Bauwerke wie Einfamilienhäuser, Schulen, Brücken, Abwassersysteme, Autobahnen oder Hafenanlagen. Zum Jahresende 2018 waren im Werk Beckum-Kollenbach der Holcim WestZement GmbH selbst rund 120 Mitarbeitende beschäftigt. Über 10 Jugendliche durchlaufen hier gerade eine gewerbliche oder kaufmännische Ausbildung. Die Leitung des Werkes liegt seit Juli 2016 in den Händen von Helmut Reiterer. Auf dem Werksgelände arbeiten noch ca. 20 weitere Mitarbeiter der Holcim Deutschland Gruppe aus den Bereichen Verkauf, Einkauf, Logistik, Personal und Geocycle.

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