Vorhaben Hemmingen-Müggenwinkel

Stand Februar 2020

 

Was ist geplant?
Um auch künftig eine Versorgung der Region Hannover mit notwendigen regionalen Rohstoffen wie Sand und Kies sicherzustellen, plant die Holcim Kies und Splitt GmbH die Gewinnung von Kies und Sand im Bereich der niedersächsischen Gemeinde Wilkenburg (Hemmingen - Müggenwinkel).

Entsprechend dem regionalen Raumordnungsprogramm der Region Hannover handelt es sich dabei um Flächen, welche als Vorranggebiete für die Rohstoffgewinnung ausgewiesen sind. Mit Fortschreibung des Regionalplanes im Jahr 2016 wurden diese Flächen bestätigt.

Voraussetzung für den Rohstoffabbau ist die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens mit integrierter Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) gemäß § 68 WHG.

 

Was ist in den vergangenen Jahren passiert?
Die Eröffnung des Verfahrens zur Erlangung einer Genehmigung zum Kiesabbau am Standort Müggenwinkel erfolgte im Oktober 2013 mit der Einreichung der Antragsunterlagen.

Nachdem im Rahmen des Verfahrens Ende 2015 alle Stellungnahmen eingegangen waren und die Thematik des Römerlagers immer mehr in den Fokus und die öffentliche Diskussion geriet, wurden seitens Holcim das Antragsverfahren vorerst auf Eis gelegt. Jedoch bestand zu jeder Zeit seitens des Unternehmens das Interesse, die Rohstoffgewinnung am Standort „Müggenwinkel“ durchzuführen.

Nach einem Wechsel in der Geschäftsführung der Holcim Kies und Splitt GmbH sollte Anfang 2017 die Gesamtwirtschaftlichkeit des Vorhabens noch einmal überprüft werden. Daher erging Seitens des Unternehmens die Bitte an die Region Hannover als Genehmigungsbehörde, den notwendigen archäologischen Untersuchungsrahmen, welcher auch in den Nebenbestimmungen der kommenden Planfeststellung verankert sein sollte, verbindlich festzulegen.

Die Antwort der Region Hannover und somit die Übermittlung des gesamten archäologischen Untersuchungsrahmens erfolgte im Mai 2019. Kurz darauf wurden verschiedene Fachfirmen zur Durchführung von archäologischen Untersuchungsarbeiten kontaktiert, um einen Überblick über die zu erwartenden Kosten zu erhalten. Dabei zeigte sich, dass bedingt durch den lückenhaften Wissensstand eine flächenhafte Abschätzung der tatsächlichen Grabungsarbeiten ohne weitere Untersuchungen nicht möglich ist.

Aus diesem Grund fanden im vierten Quartal 2019 weitere Gespräche von Holcim mit der Genehmigungsbehörde statt, um den Leistungsumfang der notwendigen Maßnahmen zu klären, die eine flächenhafte Abschätzung der Grabungsarbeiten ermöglichen.


Wie geht es in der kommenden Zeit weiter?
Aktuell ist die Frage zu klären, auf welchen Flächen im Vorfeld eines Rohstoffabbaus die archäologischen Grabungssarbeiten zur Sicherung des römischen Feldlagers durchgeführt werden müssen. Da es jedoch bisher keine flächendeckenden archäologischen Untersuchungen auf dem Antragsgebiet gibt, plant Holcim im Februar 2020 die Durchführung von zerstörungsfreien geophysikalischen Messungen (Geomagnetik). Das gewählte Verfahren wurde im Vorfeld mit der Unteren Denkmalschutzbehörde der Region Hannover abgestimmt. Holcim hofft, durch diese Arbeiten die notwendigen Grabungsbereiche zu identifizieren. Leider wird es auch diesmal keine vollständige Erfassung des Lagers geben können, da einige Grundstückseigentümer uns die Erlaubnis zum Betreten ihrer Flächen verwehrt haben.

Nach den Untersuchungsarbeiten steht im zweiten Quartal 2020 dann die Überarbeitung der Wirtschaftlichkeitsberechnung für das Gesamtvorhaben an. Erst wenn diese Ergebnisse vorliegen, kann Holcim die nächsten Schritte planen. Sollten Holcim sich im Sommer 2020 für einen Abbau entscheiden, dann wird das laufende Genehmigungsverfahren mit dem Erörterungstermin fortgesetzt. Zugleich wird Holcim im weiteren Verlauf den verstärkten Dialog mit allen Beteiligten suchen, um eine gemeinsame, tragbare Lösung zu finden und Ideen auszutauschen. Das Unternehmen hat an verschiedenen deutschen Standorten bereits gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Archäologen, Gemeindevertretern und Nachbarn gemacht.

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