Rohstoffsicherung Kieswerk Zeithain und Tagebau Röderau

Stand 9. Oktober 2019

 

Was hat Holcim vor?
Die zur Zeit im Abbau befindliche Lagerstätte Zeithain ist endlich und Mitte 2020 vollständig ausgekiest. Ziel ist es deshalb, ab Sommer 2020 nahtlos abbauen zu können – ohne Lieferlücken für die Kunden. Aus diesem Grund hat sich das Kieswerk Zeithain bereits frühzeitig um den Aufschluß einer benachbarten Folgelagerstätte (Tagebau Röderau) und um die entsprechenden Genehmigungen und Betriebspläne gekümmert.

Der Kiesabbau im Feld Röderau erfolgt in drei Abschnitten. Da das neue Abbaugebiet unter anderem durch eine Gasleitung geteilt ist, werden perspektivisch im Zeitverlauf insgesamt drei neue Kiesseen entstehen. Sie alle werden nach Ende des Bergbaus renaturiert. Dabei wird der erste Kiessee nach der Auskiesung verfüllt und bewaldet.

Im ersten Abschnitt (Feld 4) soll Mitte 2020 bereits die Produktion aufgenommen werden. Der Abbau ist im Nassverfahren geplant. Der Materialabtransport per Förderband ist über die nahe Staatsstraße S 88 geplant. Das Rohmaterial wird später im benachbarten Kieswerk Zeithain weiter verarbeitet. Vorgesehen ist eine jährliche Produktion von ca. 800.000 bis 1.100.000 Tonnen und eine Laufzeit von 20 bis 25 Jahren - abhängig von der Nachfrage.


Wie weit sind die Vorbereitungen für den neuen Kiesabbau gediehen und was passiert dort im Moment?
Im Juni 2019 wurde der Hauptbetriebsplan für die Erschließung des neuen Abbaufeldes Röderau formell zugelassen.

Im Vorfeld wurden naturschutzfachliche Untersuchungen durchgeführt, geforderte Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt und durch die Fachbehörden begleitet. Das neues Habitat für die Zauneidechsen ist von der Straße sichtbar, hier fallen die aufgeschütteten Steinhügel besonders auf. Die Waldinsel wurde durch Neuanpflanzungen ersetzt und Nisthilfen für Vögel im benachbarten Wald installiert.

Wir stehen bezüglich der geplanten Förderbrücke bereits seit längerer Zeit im engen Kontakt mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Wir errichten eine Bandbrücke, die auch künftig den Ausbau der darunter liegenden Straße nicht behindert. Die Baupläne und Unterlagen wurden in Abstimmung mit dem Amt erarbeitet und sind genehmigt. Seit August laufen bereits die Arbeiten zur Errichtung und sollen Ende Oktober 2019 abgeschlossen sein.

Uns ist bewusst, dass das Offenlegen des Grundwassers und die Kiesentnahme die Wasserbilanz beeinflussen: Das Wasser kann an der Oberfläche schneller verdunsten, Regen lässt den Wasserspiegel schneller steigen. Bei einer Ortsbegehung mit Bürgern im November 2018 wurden verschiedene Fragen zum Grundwasser beantwortet. Das entnommene Kiesvolumen wird mit Grundwasser aufgefüllt. Die Grundwasserstände spiegeln sich dabei wieder aus. Sie erreichen während der Abbauphase das annähernd vorbergbauliche Niveau mit geringfügigen Absenkungen von nur wenigen Zentimetern.


Wie sieht der Fahrplan für die kommenden Monate aus?
Der Bau der Straßenanbindung für das Abbaufeld Röderau ist bereits abgeschlossen. Die Montage von Förderbaubrücke und Bandstraße wurde im August begonnen. Das Herzstück, die Hausbrücke über die Kreisstraße, wurde in der zweiten Oktoberwoche eingehoben.

Ziel ist, im neuen Abbaufeld die eigentliche Produktion von Sand und Kies im Sommer 2020 zu starten. Die Weiterverarbeitung des Rohkieses erfolgt im bestehenden Kieswerk Zeithain, das auf der anderen Straßenseite liegt.

Der Sand- und Kiesabbau ist ein zeitlich begrenzter Eingriff in die Natur- und Kulturlandschaft. Die Renaturierungspläne für den Altsee sehen vor, dass ein naturnah gestalteter Landschaftssee entsteht, der zusammen mit den bereits durchgeführten Maßnahmen im Abbaugebiet zur weiteren Verbesserung der ökologischen Funktionsfähigkeit des gesamten Gebietes beiträgt. Am Ende wird sich der See, der bereits heute zu einem Teil von der Forellenzuchtanlage Zeithain mitgenutzt wird, über eine Fläche von etwa 70 Hektar erstrecken.


Wie sieht der Renaturierungsplan für den neuen Kiessee aus, an dessen Entstehung derzeit gearbeitet wird?
Hier gelten grundsätzlich die gleichen Vorgaben wie im aktuellen Abbau. Auch im geplanten Neuaufschluss Tagebau Röderau soll nach erfolgter Auskiesung ein Landschaftssee mit abwechslungsreich gestalteter Uferböschung entstehen.

Der Schutz der natürlichen Güter Boden, Luft und Wasser ist ein fester Bestandteil unseres Handelns. Stichwort Biodiversität: Zudem hat für uns die Erhaltung und Schaffung von Lebensräumen bedrohter Tier- und Pflanzenarten Priorität. Rohstoffgewinnung ist wie gesagt aber nur Raumnutzung auf Zeit. Die betreffenden Flächen gilt es nach Abbauende zu renaturieren und sie können so zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen.

Für uns haben sowohl ehemalige, aber auch noch betriebene Abbauflächen großes Potential als Rückzugsgebiete für seltene Tier- und Pflanzenarten. Die Planung für die Zeit nach der Raumnutzung ist dabei schon lange abgeschlossen bevor die ersten Bagger in die Abbaugebiete rollen. Vor der Gewinnung von Rohstoffen steht also stets die langfristige und mit den Behörden abgestimmte Landschafts- und Renaturierungsplanung.

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