Moderne Seilbahn mit höchstem Sicherheitsstandard

Stand September 2020

 

Was ist geplant?

Die Seilbahn in Dotternhausen, die über die vielbefahrene B 27 auf Höhe Zementwerk führt, wird modernisiert. Die Loren befördern den für die Zementproduktion maßgeblichen Rohstoff Kalkstein bereits seit mehreren Jahrzehnten vom über 100 Jahre alten Steinbruch auf dem Plettenberg ins Tal. Nach knapp 50 Betriebsjahren hat die Seilbahn, mit den dunkelgrünen Loren ausgedient und soll im September 2020 durch modernste Technik ersetzt werden. Die Holcim (Süddeutschland) GmbH investiert dafür rund 12 Millionen Euro.

Die neue Seilbahn wird nach Personensicherheitsstandard gebaut. Sie wird über 134 Loren verfügen und hat eine Förderkapazität von 450 t/h. Die Seilbahntrasse wird dieselbe bleiben (Länge 2,3 Kilometer). Im ansteigenden Waldstück am Plettenberg werden dafür zusätzliche Stützen gebaut. Insgesamt wird die neue Seilbahn über 16 Stützen verfügen. Die Höhendifferenz zwischen Bergstation und Talstation beträgt ca. 305 Meter. Auch die Berg- und Talstationen werden am selben Ort bleiben – wenn auch im Inneren völlig umgebaut.

Grüner Strom: Was sich bereits seit Jahren etabliert hat, wird auch künftig bleiben und sogar noch mehr werden. Mit der Bremsenergie der vom Berg ins Tal führenden Loren wird CO2 freier Strom erzeugt (rund 200 kWh/h)

Die Bartholet Maschinenbau AG (Flums, Schweiz) ist unser Projektpartner im Seilbahnbau und arbeitet im Rahmen des Großprojektes mit diversen Unterauftragnehmern zusammen.

Die gesamte Maßnahme wird durch eine ökologische Baubegleitung gesichert.  

Karte Seilbahnumbau

 

Was ist bislang passiert?

Den Bauarbeiten ging eine lange Planungs- und Genehmigungsphase voraus. Die Modernisierung der Seilbahn wurde im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens durch das Regierungspräsidium Tübingen bewilligt. Der Betrieb der Seilbahn wird hingegen vom Regierungspräsidium Freiburg überwacht, welches landesweit die zentrale Behörde für alle Seilbahnen ist.

Die frühe Öffentlichkeitsbeteiligung für dieses Projekt fand im Rahmen einer Dialogveranstaltung im Juni 2018 bei Holcim im Werkforum statt. Im Zeitraum März bis April 2019 war die Offenlegungsphase im Zuge des Planfeststellungsverfahrens und im Juni 2019 fand im Rathaus in Dotternhausen der öffentliche Erörterungstermin statt. Die finale Genehmigung datiert am 5.12.2019.

In den vergangenen Monaten erfolgten verschiedene Vorbereitungsarbeiten. Im Rahmen der Stahlbaumontage werden beispielsweise zwei je 50 Meter hohe Kräne benötigt. Der Kran auf der Bergstation ist als Nachbar zum Plettenbergturm gut sichtbar. Der zweite Kran wird an der Talstation eingesetzt.
 

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Projektleiter Gerald Massini (rechts), sein Stellvertreter Jörg Köthke (links) und der
Leiter Gewinnungsbetriebe, Andreas Junginger stehen vor den Bauteilen der neuen Stützen

Wie geht es in der kommenden Zeit weiter?

Die letzte Fahrt der alten Seilbahn war am 3. September 2020. Ein besonderer Meilenstein wurde am Montag, der 14. September 2020 erreicht. Die neuen Seilbahnstützen wurden vom großen Parkplatz beim Zementwerk mit einem Hubschrauber zu den Aufstellpunkten transportiert und montiert. Die Arbeiten an der Seilbahn dauern bis Anfang November.

Aus Sicherheitsgründen werden bis Ende Oktober die Wanderer am Plettenberg auf andere Wege gelotst. Eine Karte (siehe Download rechte Seite), die auch im Gelände mehrfach aushängt, zeigt den Wanderern die geänderte Wegeführung an.

Der Regelbetrieb der neuen Seilbahn ist ab 2. November 2020 geplant.  

 

Welche Rolle spielt die Ökologie im Zuge der Baumaßnahmen?  

Die Durchführung der im Rahmen des Umbaus der Seilschwebebahn geplanten Bau-, Vermeidungs- und Rekultivierungsmaßnahmen erfolgt mit einer ökologischen Baubegleitung. Die Ergebnisse und Maßnahmen werden in einem Bericht festgehalten und an die zuständigen Genehmigungsbehörden übermittelt.

Grundsätzlich ist der Bau der neuen Fundamente mit Entfernung von Gehölzen, Abschieben des Oberbodens und Ausbaggern der Baugruben auf bestimmte Zeiträumen (z. B. außerhalb der Vogelbrutzeiten) beschränkt. Zudem wurde auf den Zufahrten und Bauflächen der im Wald gelegenen, neuen Fundamente die streng geschützte Haselmaus abgefangen und in benachbarte Biotope umgesiedelt. Beim Umgang mit dem Boden wurde besonderer Wert auf den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit gelegt. Die Zwischenlagerung des Bodenaushubs erfolgt auf speziellen Lageflächen, wobei der Humus soweit möglich nach Bauende wieder an Ort und Stelle eingebaut wird. Die Bauflächen und Zuwegungen wurden so angelegt, dass keine geschützten Biotope beeinträchtigt werden. Der Transport der neuen Stützen zu den Fundamenten erfolgt über Hubschrauber wiederum außerhalb der Vogelbrutzeiten.

Nach Beendigung der Baumaßnahmen werden die Bauflächen wieder hergerichtet und die ursprünglich vorhandenen Biotope wie z. B. Staudenfluren oder eine Fettwiese rekultiviert.  

 

 

Fragen zum Projekt?

  • Gerald Massini
    Projektleiter

    Holcim (Süddeutschland) GmbH
    72359 Dotternhausen

  • Sabine Schädle
    Unternehmenskommunikation

    Holcim (Süddeutschland) GmbH
    72359 Dotternhausen

    Telefon +49 7427 79-228
    Telefax +49 7427 79-486
    sabine.schaedle@lafargeholcim.com

 

Downloads

Karte Wanderweg Umleitung