Beton mit hohem chemischen Widerstand
Schützt Bauwerke zuverlässig vor chemischem Angriff
Beton mit hohem chemischen Widerstand wird eingesetzt, wenn Bauteile dauerhaft chemisch aggressiven Umwelteinflüssen wie Sulfaten, Säuren, Ammoniumverbindungen oder weichem Wasser ausgesetzt sind. Durch abgestimmte Zementtypen und eine dichte Betonstruktur bleibt der Beton dauerhaft beständig und schützt Bauwerke zuverlässig vor chemischem Angriff.
Wo kommt chemisch widerstandsfähiger Beton zum Einsatz?
Betone mit hohem chemischen Widerstand werden dort eingesetzt, wo Bauteile dauerhaft aggressiven Medien ausgesetzt sind. Typische Anwendungen sind:
- Abwasseranlagen wie Becken, Schächte, Kanäle und Kläranlagen, die chemischen Angriffen durch Sulfate, Nitrate und organische Säuren ausgesetzt sind
- Industrieböden und Produktionshallen mit chemischen Einwirkungen, z. B. in der Lebensmittel-, Papier- oder Chemieindustrie
- Landwirtschaftliche Bauten wie Silos, Fahrsilos und Güllebehälter, die durch Milchsäuren und Ammoniak stark beansprucht werden
- Klär- und Wasseraufbereitungsanlagen mit ständiger Feuchte- und Chemikalienbelastung
- Konstruktionen im Grundwasserbereich mit sulfathaltigem oder saurem Wasser
Für Planung und Ausschreibung sind die Expositionsklassen nach DIN EN 206 und DIN 1045 2 maßgeblich, bei chemischem Angriff insbesondere XA1 bis XA3. Damit ist dieser Beton die erste Wahl, wenn hohe Dauerhaftigkeit unter chemischer Beanspruchung gefordert ist.
Anforderungen und Eigenschaften von chemisch widerstandsfähigem Beton
Die Beständigkeit gegen chemische Angriffe hängt maßgeblich von der Betonrezeptur, der Zementwahl, der Dichtheit des Gefüges und dem Wasserzementwert (w/z) ab.
Wichtige Anforderungen nach DIN EN 206-1 und DIN 1045-2:
- Wasserzementwert ≤ 0,45–0,50 für besonders dichte Gefüge
- Zementarten mit hohem Sulfatwiderstand (SR-Zemente) gemäß DIN EN 197-1, z. B. CEM I SR 3 oder CEM III/B SR
- Hoher Hüttensandanteil oder puzzolanische Zusätze zur Reduzierung des wirksamen Alkaligehalts und zur Verbesserung der chemischen Stabilität
- Festigkeitsklasse ab C30/37
- Rissbreitenbegrenzung ≤ 0,2 mm zur Vermeidung von Angriffsstellen
- Dicht abgestufte Gesteinskörnung mit geringem Porenvolumen
Der chemische Angriff wird insbesondere durch Säuren, Ammoniumsalze, Sulfate oder Kohlensäure hervorgerufen. Entscheidend ist, dass der Beton so konzipiert wird, dass er dem Angriff langfristig widersteht, etwa durch die Auswahl geeigneter Bindemittel und eine sorgfältige Nachbehandlung.
Chemisch widerstandsfähiger Beton von Holcim
Holcim bietet leistungsfähige Betone mit hohem chemischen Widerstand für den Industrie-, Wasser- und Landwirtschaftsbau. Grundlage sind Spezialzemente mit hohem Sulfatwiderstand (SR) und reduzierte Alkaligehalte, die nach DIN EN 197-1 und der DAfStb-Richtlinie gefertigt werden.
Beratung zur Bemessung und Planung chemisch beanspruchter Betone, inklusive Expositionsklassen XA1–XA3
Betone mit hohem chemischen Widerstand können auch als CO2-optimierte ECOPact-Betone angeboten werden
Holcim unterstützt Planer und Bauherren von der Materialwahl über die Rezepturentwicklung bis hin zur Ausführung. Das Ergebnis: langlebige, dichte und chemisch stabile Betone für anspruchsvolle Bauwerke.
Holcim bietet auch für chemisch widerstandsfähige Betone die passenden Zemente mit hohem Sulfatwiderstand (SR) an.
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FAQ
Häufige Fragen zu säurebeständigem und chemisch widerstandsfähigem Beton
Ja. Säuren lösen die alkalischen Bestandteile des Zementsteins und schwächen so die Festigkeit und Dichtigkeit des Betons.
Vor allem organische Säuren wie Milchsäure sowie anorganische Säuren wie Schwefel- oder Salzsäure können Beton chemisch zersetzen.
Zemente mit hohem Sulfatwiderstand (SR-Zemente) oder Hüttensandzemente (CEM III/B SR) bieten die beste Basis für chemisch beständige Betone.
Vor allem in Kläranlagen, Güllebehältern, Silos und Industrieanlagen, die aggressiven chemischen Medien ausgesetzt sind.
Sulfatangriffe entstehen meist im Erdreich oder Grundwasser und führen zu Volumenvergrößerungen im Beton. Bei Säureangriffen wird der Zementstein dagegen direkt aufgelöst, weshalb besonders dichte und chemisch resistente Rezepturen erforderlich sind.




