Rückenwind für die Klimaneutralität

Zwei Auszeichnungen für Holcim bei der Weltklimakonferenz

Im Rahmen der Weltklimakonferenz in Dubai gab es für Holcim gleich doppelten Grund zu feiern: Für das Innovationsprojekt Carbon2Business erhielt das Unternehmen zwei Auszeichnungen.

Im Mittelpunkt der Conference of the Parties (COP), die vom 30. November bis zum 12. Dezember in Dubai abgehalten wurde, standen Debatten über die wirksamen Maßnahmen zum Klimaschutz. Im Rahmen dieser 28. Weltklimakonferenz erhielt das Innovationsprojekt Carbon2Business von Holcim dabei gleich zwei Auszeichnungen, die die innovativen Bemühungen zur Dekarbonisierung der Industrie würdigen. Mit diesem Projekt wird im Holcim Werk Lägerdorf (Schleswig-Holstein) ab 2028 eines der ersten klimaneutralen Zementwerke der Welt in Betrieb genommen.

„Die Auszeichnungen belegen, dass wir mit unserem Fahrplan zur Dekarbonisierung des Unternehmens den richtigen Weg eingeschlagen haben. Sie geben uns Rückenwind bei der Umsetzung unserer ambitionierten Pläne, die Baustoffwende voranzutreiben und das erste klimaneutrale Zementwerk zu errichten”, freut sich Thorsten Hahn, CEO Holcim Deutschland.

TRANSPARENZ ALS ERSTE VORAUSSETZUNG


„Wir sind stolz, als erstes Unternehmen der Branche die produktspezifischen Emissionen ausweisen zu können“, kommentiert Tilo Hahn, Leiter Gesteinskörnungen Holcim Deutschland. „Wir sind überzeugt davon, dass Transparenz die erste Voraussetzung für die Vergleichbarkeit von Baustoffen und die Grundlage für das nachhaltige Bauen der Zukunft sein muss – und zwar individuell für jedes Produkt. Neben der technischen, logistischen und kommerziellen Vertriebskomponente werden wir unsere Kunden nun auch mit der Transparenz der Emissionen im Gesamtpaket überzeugen.“

Grundsätzlich werden bei der Berechnung des CO2-Fußabdrucks Daten systematisch ausgewertet und verarbeitet. Dies umfasst zum einen spezifische Daten aus dem Geschäftsbetrieb und zum anderen die CO2-Äquivalente der verschiedenen Treibhausgase.  Die Berechnungsmethode basiert auf der Life Cycle Assessment Methodik, kurz LCA, und steht im Einklang mit den Normen DIN EN 15804+A2 und ISO 21930.

Bahnbrechender innovativer Ansatz

Am 5. Dezember nahm Cédric de Meeûs, Leiter Public Affairs & Social Impact bei Holcim, den COP28 Energy Transition Changemakers Award entgegen. Dabei handelt es sich um eine Initiative der COP28-Präsidentschaft der Vereinigten Arabischen Emirate, die darauf abzielt, Unternehmen bei der Umsetzung innovativer und skalierbarer Dekarbonisierungsprojekte zu fördern und ihnen eine Bühne zu geben. Damit wird Carbon2Business in der Kategorie Hochemittierende Sektoren als bahnbrechender innovativer Ansatz im Kampf gegen den Klimawandel gewürdigt, der das Potenzial einer Blaupause für die Dekarbonisierung der weltweiten Schwerindustrie zugeschrieben wird.

„Carbon2Business Lägerdorf ist ein einzigartiges Carbon Capture-Projekt und ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg der Holcim Gruppe zur Dekarbonisierung. Wir fühlen uns geehrt und sind sehr stolz darauf, dass das Projekt auf der COP28 als Energy Transition Changemaker gewürdigt wird” so de Meeûs.

Drei Tage später erhielt Holcim mit dem Net-Zero Industries Award 2023 in der Kategorie Herausragende Projekte eine weitere Auszeichnung für sein Vorhaben in Lägerdorf. Pavan Chilukuri, Leiter CCUS Strategie bei Holcim, nahm den Preis am 8. Dezember ebenfalls in Dubai entgegen. Der Net-Zero Industries Award ist der erste globale Wettbewerb für außergewöhnliche Projekte zur industriellen Dekarbonisierung und wird von der Net-Zero Industries Mission verliehen.

Diese wurde 2022 ins Leben gerufen und ist die erste globale Innovationskoalition mit dem Ziel der Entwicklung und Demonstration wettbewerbsfähiger Lösungen für eine klimaneutrale Industrie. Österreich und Australien leiten die Mission. China, Deutschland, die Europäische Union, Großbritannien, Kanada, Südkorea und Finnland sind als Kernmitglieder mit an Bord.

„Die Auszeichnungen belegen, dass wir mit unserem Fahrplan zur Dekarbonisierung des Unternehmens den richtigen Weg eingeschlagen haben.“
Thorsten Hahn, CEO Holcim Deutschland

Thorsten Hahn, CEO Holcim Deutschland

CARBON2BUSINESS: UMRÜSTUNG DES ZEMENTWERKS

Pablo Hofelich und Frank Ruoss, CEO und CSO der thyssenkrupp Polysius GmbH: „Wir beglückwünschen Holcim Deutschland zu dieser großartigen Würdigung der grünen Transformation seines Standorts in Lägerdorf. Es macht uns stolz, dass Holcim sich auf diesem Weg für unsere polysius® pure Oxyfuel Technologie entschieden hat. Gemeinsam werden wir die nachhaltige Reduzierung der CO2-Emissionen in der Zementproduktion vorantreiben. Lägerdorf ist für thyssenkrupp Polysius und seine Oxyfuel-Technologie ein wegweisendes Leuchtturmprojekt.“

Jürgen Nowicki, Executive Vice President Linde und CEO von Linde Engineering: „Unsere proprietären Technologien vereinen unsere Kernkompetenzen in der Sauerstoff- und CO2-Produktion. Durch einen hohen CO2-Gehalt im Rauchgas generieren wir größere Effizienzgewinne im Dekarbonisierungsprozess der Zementherstellung. Seit den ersten Pilotversuchen unserer Technologie im Jahr 2008 haben wir kontinuierlich in deren Verbesserung investiert. Wir sind stolz darauf, dass das Carbon2Business-Innovationsprojekt als wesentlicher Beitrag zur Mission von Holcim anerkannt wird, der weltweite Marktführer in innovativen und nachhaltigen Baulösungen zu werden – durch Design und Bau einer weltweit führenden kommerziellen Anlage.“


Kern von Carbon2Business ist die Umrüstung des Zementwerks und der Bau einer neuen Ofenlinie. Als Prototyp im industriellen Maßstab für die Dekarbonisierung der Zementproduktion nutzt der neue Ofen die Oxyfuel-Technologie der zweiten Generation sowie eine nachgeschaltete Kompressions- und Reinigungseinheit für das CO2.