Holcim Awards Gold Europa für das Projekt „Flussbad“ an der Museumsinsel in Berlin

15.09.2011
 

Ein von dem Berliner Architekten Tim Edler geführtes Team wurde am 15. September in Mailand mit den Holcim Awards Gold für die Region Europa ausgezeichnet. Prämiert wurde das Konzept für die nachhaltig angelegte Umnutzung eines wenig genutzten Spreeabschnittes an der Museumsinsel als Flussbad. Direkt an der Museumsinsel, die zum UNESCO Weltkulturerbe zählt, soll auf einer Länge von 745 Metern eine Bademöglichkeit geschaffen werden. Der Preis ist mit 100.000 US-Dollar dotiert.

Bild: Gewinner Holcim Awards Gold 2011 Europa für das Projekt „Flussbad“ in Berlin: Preisträger Tim Edler (l) und Leo Mittelholzer (r), Jurymitglied der Region Europa und Vorstandsvorsitzender der Holcim (Deutschland) AG


Die Gewinner der 3. internationalen Holcim Awards für nachhaltige Bauprojekte und neue Ideen aus ganz Europa wurden bei einer Zeremonie in Mailand bekanntgegeben. Preisgelder in Höhe von insgesamt 300 000 USD wurden an zehn herausragende Projekte vergeben, die von Architekten, Stadtplanern, Bauingenieuren und Bauherren eingereicht worden waren. Die preisgekrönten Projekte belegen die vielfältigen Ansätze beim nachhaltigen Bauen in dieser Region, die sowohl auf die intensivierte Verstädterung reagieren als auch Innovationen im Bereich der Baumaterialien und der Bauverfahren aufgreifen.

Die in der Schweiz ansässige Holcim Foundation for Sustainable Construction führt den Wettbewerb parallel in fünf Regionen der Welt durch. Mehr als 6000 Projekte aus 146 Ländern wurden für die Holcim Awards eingereicht. Mit dem Wettbewerb sollen Leistungen von Architektur und Bauwirtschaft gefördert werden, die nachhaltige Lösungen für technologische, ökologische, sozioökonomische und kulturelle Fragen bieten.


Holcim Award Gold für Stadterneuerungsprojekt aus Berlin

Ein urbanes Planungsprojekt, das die Umwandlung eines wenig genutzten Seitenarms der Spree in Berlin zu einem 745 m langen natürlichen „Swimmingpool“ vorsieht, wurde mit dem Hauptpreis von 100 000 USD ausgezeichnet. Das Flussbad im Herzen des historischen Zentrums der deutschen Hauptstadt schafft eine Badezone, deren Umfang 17 Schwimmbecken von olympischen Maßen entspricht, und gleichzeitig eine städtische Naherholungsfläche für Einwohner und Touristen gleich neben der zur UNESCO-Welterbestätte erklärten Museuminsel. Seit dem Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989 hat hier die Einwohnerzahl um 75 % zugenommen, womit ein Verlust von Freiflächen einherging. Die Planung, die ein 1,8 ha großes Schilfbiotop mit versenktem Sandfilter zur Verbesserung der Wasserqualität einschließt, wurde von einem Team unter Leitung des Architekten Tim Edler von realities united, Deutschland, entwickelt.


Kommentar der Jury des Holcim Award Europe

Die Jury empfahl das Projekt wegen seiner direkten und sehr starken positiven Auswirkungen auf die Qualität des städtischen Lebens in einem Gebiet Berlins, das bislang übersehen wurde. Das Projekt stellt die Frage, wem eigentlich der Fluss gehört, der derzeit ausschließlich von der Schifffahrt und zur Entwässerung, aber nicht für öffentliche Aktivitäten genutzt wird. Die Idee, hier eine öffentliche Einrichtung zu schaffen, ist überzeugend, machbar und leicht übertragbar. Ergänzt wird das Projekt durch ein ökologisches Konzept, das mithilfe einfacher Gestaltungsmaßnahmen, die den historischen Kontext der umliegenden Gebäude respektieren, für sauberes Wasser sorgt. das Projekt, weil es eine direkte und deutliche Auswirkung auf die Qualität des städtischen Lebens haben werde und durch die Sanierung der Wasserstraßen Berlins auch einen wertvollen ökologischen Beitrag leiste. „Das Projekt ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, was sich in schwierigen innerstädtischen Gebieten mit reicher Tradition und bedeutendem kulturellen Erbe, in denen bislang keine Rücksicht auf die Anwohner genommen wurde, erreichen lässt“, erklärt Lucy Musgrave, Jurymitglied und Co-Direktorin der Londoner Planungsagentur Publica.


Anerkennungspreise an Projekte aus Finnland und Deutschland

Einen Anerkennungspreis erhielt ein multinationales Team, bestehend aus Sauerbruch Hutton, Deutschland, Arup, Großbritannien, und Experentia, Italien für ein mittelhohes, aus Holz errichtetes Bürogebäude in einem Viertel Helsinkis, in dem eine weitgehende Vermeidung von CO2-Emissionen vorgeschrieben ist.

Ein weiterer Anerkennungspreis wurde an die deutschen Unternehmen Barkow Leibinger Architects, Schlaich Bergermann und Partnerund TRANSSOLAR Energietechnikfür ihre Zusammenarbeit bei einem Projekt zur Errichtung kostengünstiger Wohnungen in Hamburg vergeben. Bei dem Projekt kommen innovative Techniken und Materialien zum Einsatz, darunter vorgefertigte Leichtbetonelemente mit wiederverwertetem Schaumglas als innerem Zuschlagsstoff.



Weitere Informationen und Bilder zum Download:
http://www.holcimfoundation.org/T1328/A11EUgoDE.htm



Über die Stiftung
Die Stiftung Holcim Foundation for Sustainable Construction fördert weltweit neue und innovative Lösungsansätze für das nachhaltige Bauen. Dies geschieht hauptsächlich durch die Ausschreibung regionaler und globaler Wettbewerbe (Holcim Awards), die Organisation internationaler Zusammenkünfte (Holcim Forum) sowie die finanzielle Unterstützung nachhaltiger Bauprojekte und entsprechender Forschungsprojekte (Holcim Grants).

Weitere Informationen:
www.holcimfoundation.org