Media release on 1st half results 2010

19.08.2010
 

Holcim steigert Absatz in allen Segmenten und erzielt bessere operative Ergebnisse

  • Höherer Absatz, Umsatz und betrieblicher EBITDA
  • Nicht nur viele aufstrebende Märkte weiter auf Wachstumskurs,sondern auch bessere Resultate in Nordamerika
  • Schwierige Marktlage in weiten Teilen Europas
  • Straffe Kostenkontrollen stützen Konzernergebnis
  • Effizienz und Wettbewerbskraft wird weiter gestärkt
  • Ernennungen in die Konzernleitung der Holcim Ltd

Keine globale Konjunkturerholung
Nach dem ersten Quartal, das auf der nördlichen Hemisphäre unter einem schneereichen Winter litt, hat sich das konjunkturelle Gesamtbild etwas aufgehellt. In einzelnen Märkten Westeuropas und in Nordamerika hat die Baustoffnachfrage zugenommen, und Asien blieb auf Wachstumskurs. Lateinamerika und insbesondere die Konzernregion Afrika, Naher Osten haben sich gut gehalten. Von einer globalen Konjunkturerholung kann jedoch nicht die Rede sein. Nach wie vor gibt es Unsicherheitsfaktoren, die eine Prognose erschweren. Dazu gehört die hohe Staatsverschuldung, die namentlich in Europa weitere Ankurbelungsprogramme limitiert. Zwar hat sich die wirtschaftliche Lage in den USA gebessert, doch der Aufschwung ist noch nicht breit abgestützt.

(Detailinformationen zu den einzelnen Konzernregionen im Anschluss an den Ausblick)

Auf Stufe des betrieblichen EBITDA ist der Konzern organisch gewachsen
Verglichen mit dem ersten Semester 2009 haben sich wichtige Kenngrössen des Konzerns verbessert, und das Unternehmen ist weiter gewachsen. Der Konzern profitierte von seiner starken Präsenz in den aufstrebenden Märkten; sie trugen im ersten Semester mehr als 50 Prozent zum Konzernumsatz und mehr als 70 Prozent zum betrieblichen EBITDA bei. Die grossen asiatischen Volkswirtschaften wie Indien, Indonesien oder die Philippinen wiesen ein besonders starkes Wachstum aus. Ähnlich entwickelte sich Brasilien. Fortschritte gab es aber auch in reifen Märkten, allen voran in Nordamerika.

Ein wichtiger Beitrag zum Konzernerfolg kam aus Australien. Seit letztem Herbst wird ja Holcim Australia mit den gewichtigen Positionen im Zuschlagstoff- und Transportbetongeschäft voll konsolidiert - ebenso wie die lokale Zementgruppe Cement Australia.

Konzernweit wurden die Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen fortgeführt. Trotz der Inbetriebnahme von rund 5 Millionen Tonnen neuer Zementkapazität konnten die fixen Kosten verglichen mit der Vorjahresperiode auf vergleichbarer Basis reduziert werden.

Höhere Verkaufsvolumen in allen Segmenten
Der konsolidierte Zementabsatz stieg im ersten Semester um 4,1 Prozent auf 67,8 Millionen Tonnen. Grösser war die Zunahme bei den Zuschlagstoffen mit 17,1 Prozent auf 73,2 Millionen Tonnen und beim Transportbeton mit 13,5 Prozent auf 21,9 Millionen Kubikmeter. Verglichen mit dem ersten Quartal 2010 wurden in allen Segmenten Absatz-steigerungen erzielt. Zum Mengenwachstum hat hauptsächlich die neukonsolidierte Holcim Australia beigetragen. Die Konzerngesellschaften in Grossbritannien, Kanada, Brasilien und Marokko haben deutlich mehr Zuschlagstoffe verkauft. Beim Transportbeton erzielten die Konzerngesellschaften in Kanada, Indien und Vietnam markante Mehrverkäufe.

Bessere Betriebsergebnisse und höherer Geldfluss aus Geschäftstätigkeit
Der konsolidierte Nettoverkaufsertrag stieg vor allem akquisitionsbedingt um 8,1 Prozent auf CHF 10,9 Milliarden, und der betriebliche EBITDA nahm um 9,3 Prozent auf CHF 2,3 Milliarden zu. Zum Ergebnis haben vor allem die reifen Märkte in Australien und Nordamerika sowie die Konzernregion Afrika, Naher Osten beigetragen - gestützt vom straffen Kostenmanagement im ganzen Konzern. Da in einer Reihe von Märkten der Wettbewerb intensiver wurde, nahm der Preisdruck zu. Trotzdem verbesserte sich die Marge leicht auf 21,5 Prozent, und das interne betriebliche EBITDA-Wachstum erreichte 2 Prozent. Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit konnte um 12,5 Prozent auf CHF 906 Millionen gesteigert werden.

Der Konzerngewinn nahm um 22,4 Prozent auf CHF 611 Millionen ab, und beim Anteil der Aktionäre Holcim Ltd betrug der Rückgang 37,2 Prozent auf CHF 331 Millionen. Hier schlägt sich die einmalige und nicht kassenwirksame Steuerbelastung von CHF 186 Millionen im Zusammenhang mit der Bereinigung der Beteiligungsstruktur in Nordamerika nieder, die im ersten Quartal 2010 verbucht wurde.

Ernennungen in die Konzernleitung der Holcim Ltd
Im Zuge der Nachfolgeregelung der Konzernleitung wurde Thomas Aebischer (geboren 1961), derzeit CFO von Holcim US, per 1. Januar 2011 in die Konzernleitung gewählt. Er übernimmt am 1. April 2011 die Verantwortung als CFO des Konzerns von Theophil H. Schlatter, der per Ende März 2011 in Pension geht. Am 1. Januar 2011 wird Andreas Leu (geboren 1967), derzeit Länderbereichsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung der Holcim Ltd, in der Konzernleitung der Holcim Ltd Einsitz nehmen. Er übernimmt die Verantwortung für Lateinamerika von Thomas Knöpfel, der Ende 2010 in Pension geht.

Ausblick
Die wirtschaftliche Entwicklung in den Konzernregionen Europa und Nordamerika bleibt trotz vereinzelt positiver Marktsignale mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Für die meisten Länder Lateinamerikas rechnet Holcim mit stabiler Nachfrage. Die Nachfrage in den Konzernregionen Afrika, Naher Osten und insbesondere Asien, Ozeanien wird weiter wachsen.

Holcim wird sich auch in der zweiten Jahreshälfte auf die direkt beeinflussbaren Faktoren wie Kosteneffizienz entlang der ganzen Wertschöpfungskette und effiziente Inbetriebnahme von neuen, hochmodernen Produktionseinheiten in den rasch wachsenden Schwellenländern konzentrieren.

In gewissen Ländern gibt es Anzeichen einer wirtschaftlichen Abschwächung und eines erhöhten Preisdrucks. Dank der rechtzeitig eingeleiteten betrieblichen Massnahmen ist Holcim zuversichtlich, diese Herausforderungen gut zu meistern.

Detailinformationen zu den einzelnen Konzernregionen:

Keine grossen Impulse in Europa
Im ersten Halbjahr 2010 entwickelte sich die europäische Wirtschaft regional unterschiedlich. In Westeuropa hat die Konjunktur in Grossbritannien, Frankreich und Deutschland die Talsohle durchschritten. Im Süden und Osten des Kontinents verunsicherte die äusserst angespannte Schuldenlage der öffentlichen Hand potentielle Investoren. Immerhin belebte sich die Bautätigkeit im zweiten Quartal nach dem witterungs- und marktbedingt schwachen Start ins neue Jahr.

Europa

Aggregate Industries UK setzte nach dem verhaltenen Jahresauftakt mehr Zuschlagstoffe ab. Der Transportbetonabsatz ging dank der stabileren Lage im Wohnungsbau nur marginal zurück. Positiv entwickelten sich die Lieferungen von Asphalt.

In Frankreich haben die Zementverkäufe zugenommen. Importe und ein gewisser Preisdruck belasteten die belgische Zementindustrie. Bei den Zuschlagstoffen waren die Liefermengen in Frankreich rückläufig; der Transportbetonversand nahm in beiden Märkten zu. Holcim Deutschland hat den tieferen Zementversand im Inland mit höheren Exporten praktisch ausgeglichen. Bei den Zuschlagstoffen resultierte ein Lieferplus, und beim Transportbeton war der Absatz schwächer als im Vorjahressemester. In der Schweiz und im süddeutschen Raum profitierte Holcim von einer anhaltend guten Auftragslage und erzielte in allen Segmenten Volumensteigerungen.

Südeuropa litt unter der Baukrise. In Italien führten die Überkapazitäten in der Zementindustrie zu einem massiven Preisdruck, und die Konzerngesellschaft verkaufte auch weniger Zuschlagstoffe. Positiv wirkten sich Projekte in Mailand auf die Transportbetonlieferungen aus. Schwierig blieb die Situation in Spanien, und die Konzerngesellschaft verzeichnete in allen Segmenten Absatzrückgänge.

Die schwache staatliche und private Investitionsbereitschaft belastete den Baustoffabsatz in Ost- und Südosteuropa. Dank einer leichten Nachfrageerholung setzte Holcim immerhin in der Tschechischen Republik ab April etwas mehr Zement ab, und in der Slowakei sorgten zwei wichtige Projekte in allen Produktbereichen für höhere Liefermengen. Grosse Einbussen erlitt Holcim Bulgarien wegen der stark rückläufigen Bautätigkeit und der massiven Zementimporte aus der Türkei. Auch die Konzerngesellschaften in Rumänien, Kroatien und Serbien lieferten weniger Zement aus. Obwohl vielerorts bedeutende Verkehrsinfrastrukturprojekte realisiert werden, war der Volumenrückgang bei den Zuschlagstoffen und beim Transportbeton markant. Der ungünstige Trend wurde während des ganzen zweiten Quartals durch heftige Regenfälle und Überschwemmungen verstärkt.

In Russland gab es trotz steigender Erdölpreise erst im Juni Anzeichen für eine Nachfrage-erholung. Insgesamt blieb die Bautätigkeit schwach. Das belastete die Zementlieferungen von Alpha Cement. Garadagh Cement in Aserbaidschan konnte die Zementverkäufe trotz Importdruck und Überschwemmungen steigern. Die Arbeiten für den Bau der neuen Ofenlinien in Shurovo (Russland) und in Garadagh (Aserbaidschan) kamen planmässig voran.

Der Zementversand der Konzernregion Europa ging im ersten Semester 2010 um 7,7 Prozent auf 12 Millionen Tonnen zurück. Bei den Zuschlagstoffen resultierten bei einem Minus von 1,3 Prozent Verkäufe von 37,5 Millionen Tonnen. Die Transportbetonverkäufe nahmen um 6 Prozent auf 7,8 Millionen Kubikmeter ab.

Der betriebliche EBITDA verminderte sich unter Einbezug des Verkaufs von CO2-Emissionszertifikaten in Höhe von CHF 66 Millionen um 10,6 Prozent auf CHF 500 Millionen. Der schwache Euro akzentuierte den Ergebnisrückgang in Schweizer Franken. Ins Gewicht fiel die Resultatsverschlechterung der Konzerngesellschaften in Rumänien, Norddeutschland und Russland. Dank der konsequent umgesetzten Restrukturierungs-massnahmen hat Holcim Spanien im Gegensatz zum Vorjahressemester einen klar positiven betrieblichen EBITDA erwirtschaftet. Vielerorts haben Massnahmen zur Kostensenkung die Auswirkungen rückläufiger Volumen und Preise gemildert. Die interne betriebliche EBITDA-Entwicklung war mit -8,6 Prozent negativ.

Leicht bessere Nachfrage in Nordamerika
Die bessere US-Konjunktur und die staatlichen Infrastrukturprogramme wirkten sich positiv auf den Bausektor aus. Erstmals seit Jahren stieg der Zementverbrauch im zweiten Quartal an. Angesichts der starken Verschuldung vieler Bundesstaaten und der nach wie vor hohen Arbeitslosigkeit bleibt jedoch offen, wie nachhaltig die Marktentspannung sein wird. In Kanada gewann die Wirtschaft auf breiter Front an Fahrt, was die Bautätigkeit stützte.

Nordamerika

Die Liefermengen von Holcim US nahmen dank der besseren Marktverfassung im zweiten Quartal nur geringfügig ab. Die Nachfrage nach Wohn- und Geschäftsimmobilien blieb schwach, während industrielle Bauvorhaben und Infrastrukturprojekte der Regierung für einen gewissen Volumenausgleich sorgten.

Bei Aggregate Industries US nahm der Versand von Zuschlagstoffen, Transportbeton und Asphalt auch witterungsbedingt ab. Die Lieferrückstände des ersten Quartals gegenüber dem Vorjahr konnten im niederschlagsreichen zweiten Quartal nur teilweise wettgemacht werden. Bedeutende Zuschlagstoffmengen absorbierte der Bau eines neuen Autobahnkreuzes an der Atlantikküste. Der Transportbetonabsatz wurde von Flughafenbauten in Nevada und die Nachfrage nach Asphalt von Strassenbelagsarbeiten im Mittleren Westen gestützt.

Holcim Kanada profitierte vom positiven wirtschaftlichen Umfeld. Der Zementverbrauch zog insbesondere in den Provinzen Quebec und Ontario an. Gestärkt wurde die Bauwirtschaft vom Wohnungsbau, vom kommerziellen Bau und von zahlreichen Infrastrukturvorhaben. Die Konzerngesellschaft erzielte in allen Segmenten eine markante Absatzsteigerung.

Der konsolidierte Zementversand in Nordamerika blieb dank der Lieferzunahme von Holcim Kanada mit 5 Millionen Tonnen stabil. Bei den Zuschlagstoffen verzeichnete Holcim eine Steigerung um 1,3 Prozent auf 15,5 Millionen Tonnen, und beim Transportbeton resultierte ein Plus von 8,7 Prozent auf 2,5 Millionen Kubikmeter.

Der betriebliche EBITDA nahm zu, und zwar um 64,7 Prozent auf CHF 140 Millionen. Die Leistungssteigerung ist in erster Linie Folge der Resultatsverbesserungen von Holcim Kanada. Holcim US erzielte trotz leicht rückläufiger Zementpreise ebenfalls ein substantiell besseres Resultat, während Aggregate Industries US nicht an das Vorjahresniveau anknüpfen konnte. Die konsequenten Sparprogramme und die markant tieferen Produktionskosten des neuen Werkes Ste. Genevieve wirkten sich positiv auf den Leistungsausweis aus. Das interne betriebliche EBITDA-Wachstum erreichte 57,6 Prozent.

Mehrheitlich solide Märkte in Lateinamerika
In vielen Märkten Südamerikas war die Baubranche gut ausgelastet. Vor allem in Brasilien und Argentinien war der Geschäftsgang sehr positiv. Mexiko und Zentralamerika litten hingegen unter dem hemmenden Einfluss der US-Wirtschaft.

Lateinamerika

Nach den Wahlen von 2009 gingen in Mexiko die Ausgaben der öffentlichen Hand erwartungsgemäss zurück. Auch wurden bereits bewilligte und finanzierte öffentliche und private Bauvorhaben hinausgeschoben. Im Mai verbesserte sich die Situation etwas - eine nachhaltige Markterholung blieb jedoch aus. Per saldo nahm der inländische Zementabsatz von Holcim Apasco ab, und Exporte blieben aus. Etwas über dem Vorjahr lagen die Zuschlagstoff- und Transportbetonverkäufe dank Aufträgen aus dem Verkehrs- und Versorgungsbereich.

Die Märkte von Holcim in Zentralamerika standen weiter unter Druck. In El Salvador musste der Staat Wohnbauförderprogramme streichen, und der Baubeginn an wichtigen Autobahnprojekten verzögerte sich. In allen Segmenten wurde weniger verkauft, und die Gesellschaft exportierte nur wenig Zement. In Costa Rica lag der Zementabsatz geringfügig unter dem Vorjahr. Bei den Zuschlagstoffen und beim Transportbeton war der Rückgang von speziellen Infrastrukturprojekten deutlich spürbar.

Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen setzte Holcim Kolumbien mehr Zement ab. Bei den Zuschlagstoffen und beim Transportbeton kam es zu Liefereinbussen. In Ecuador kühlte sich die Baukonjunktur nach mehreren Expansionsjahren ab. Die Konzerngesellschaft spürte die rückläufigen staatlichen und privaten Investitionen. Starke Regenfälle schränkten die Bautätigkeit in den Küstenregionen zusätzlich ein. In allen Segmenten wurden die hohen Absatzmengen des Vorjahres nicht erreicht.

In Brasilien hat die robuste Binnennachfrage den Zementverbrauch auf Rekordhöhe gehoben. Gestützt von vielen Infrastrukturprojekten steigerte Holcim Brasilien den Zement- und Zuschlagstoffabsatz seit Jahresbeginn kontinuierlich. Auch der Transportbetonversand nahm zur Jahresmitte hin Fahrt auf und erreichte in etwa das Vorjahresniveau. Argentiniens Wirtschaft profitierte insbesondere von einer guten Sojaernte. So setzte auch Minetti im Inland mehr Zement ab und erhöhte die Klinkerexporte nach Bolivien und Paraguay. Bei den Zuschlagstoffen war der Versand rückläufig, während beim Transportbeton die Volumen dank Infrastrukturprojekten anstiegen. Cemento Polpaico in Chile spürte den Markteintritt eines neuen Konkurrenten, verkaufte aber auch wegen der Erdbebenschäden am Strassennetz weniger Zement. Verschiedene Bergbauprojekte und punktuelle Massnahmen für den Wiederaufbau führten zu besseren Zuschlagstoff- und Transportbetonverkäufen.

In der Konzernregion Lateinamerika nahm der konsolidierte Zementversand um 0,9 Prozent auf 11,1 Millionen Tonnen ab. Der Zuschlagstoffabsatz blieb mit 5,9 Millionen Tonnen stabil, und die Transportbetonvolumen verharrten mit 4,9 Millionen Kubikmeter auf Vorjahreshöhe.

Der betriebliche EBITDA sank um 3,7 Prozent auf CHF 523 Millionen. Der gute Geschäftsgang der Konzerngesellschaften in Brasilien und Argentinien genügte nicht, um den Rückgang in Mexiko und in anderen Märkten der Konzernregion aufzufangen. Die interne betriebliche EBITDA-Entwicklung betrug -6,4 Prozent.

Stabile Absatzlage in der Konzernregion Afrika, Naher Osten
Die von Holcim belieferten Märkte der Konzernregion Afrika, Naher Osten profitierten von einer mehrheitlich soliden Baustoffnachfrage. In den Mittelmeeranrainerstaaten Marokko und Libanon blieb die Investitionstätigkeit aufgrund des lebhaften Wohn- und Infrastrukturbaus hoch. Die Märkte in Westafrika, der Golfregion und im Indischen Ozean entwickelten sich stabil.

Afrika, Naher Osten

Nach einem temporären Verbrauchsrückgang im ersten Quartal zog der Zementkonsum in Marokko wieder an. Die Konzerngesellschaft profitierte dank der hohen Verfügbarkeit des neuen Werkes Settat überdurchschnittlich von der Nachfrageerholung. Der Verkauf von Zuschlagstoffen stieg markant an; die Transportbetonlieferungen gingen hingegen zurück. Im Libanon blieb die Bautätigkeit robust. Holcim Libanon erzielte sowohl beim Zement als auch beim Transportbeton deutlich höhere Verkaufsvolumen. Mit Ausnahme der Klinkerlieferungen an das eigene Mahlwerk in Nordzypern waren die Exporte unbedeutend.

Die von Holcim Trading geführten Operationen in Westafrika behaupteten sich trotz politischer und wirtschaftlicher Instabilität. In Katar sorgten die Ausbauprojekte der Flüssiggasindustrie für eine gute Auslastung der lokalen Mahlkapazitäten. Der Zementabsatz der Konzerngesellschaften im Indischen Ozean veränderte sich kaum. Auf Madagaskar blieb die Bautätigkeit ansprechend, und auf La Réunion haben sich die Zementverkäufe nach dem schwachen Jahresauftakt wieder aufgefangen. Die Zuschlagstoff- und Transportbetonlieferungen litten nach dem Abschluss von bedeutenden Infrastrukturprojekten unter dem Mangel an Folgeaufträgen.

Der konsolidierte Zementabsatz der Konzernregion Afrika, Naher Osten stieg um 4,4 Prozent und erreichte 4,7 Millionen Tonnen. Die Zuschlagstofflieferungen legten um 8,3 Prozent auf 1,3 Millionen Tonnen zu. Die Transportbetonverkäufe nahmen hingegen um 16,7 Prozent auf 0,5 Millionen Kubikmeter ab.

Der betriebliche EBITDA der Konzernregion Afrika, Naher Osten erhöhte sich um 12,4 Prozent auf CHF 209 Millionen. Mit Ausnahme der Positionen im Indischen Ozean haben alle Konzerngesellschaften besser gearbeitet. Das interne betriebliche EBITDA-Wachstum betrug 20,4 Prozent.

Wachstum in Asien, Ozeanien
Die Konzernregion Asien, Ozeanien blieb auf Expansionskurs. Stark war die Baustoffnachfrage in bedeutenden Märkten wie Indien, Indonesien oder den Philippinen. Gut entwickelte sich die Absatzlage auch in Sri Lanka, Bangladesch und Vietnam. Selbst das von Unruhen belastete Thailand erholte sich.

Asien Ozeanien

In Indien sorgten der forcierte Infrastrukturbau und der ländliche Wohnungsbau für Nachfragewachstum. Allerdings dämpfte der früher als im Vorjahr einsetzende Monsun den Bedarf in den starken Märkten des Nordens und Westens gegen Ende des Semesters. Die Zementabsätze von ACC erreichten das hohe Vorjahresniveau nicht ganz. Dafür waren die mangelnde Verfügbarkeit von Hüttensand zur Herstellung von Verbundzementen, der eingeschränkte Bahn- und Lastwagentransport sowie Verzögerungen bei der Inbetriebnahme neuer Kapazitäten verantwortlich. Beim Transportbeton legte die Konzerngesellschaft deutlich zu. Bei Ambuja Cements profitierte der inländische Zementverkauf von der zusätzlichen Klinkerkapazität in den Werken Rauri und Bhatapara sowie von den neuen Mahlwerken in Dadri und Nalagarh. Zweistellige Wachstumsraten verzeichnete der Zementversand von Holcim in Sri Lanka und Bangladesch.

In Thailand steigerte Siam City Cement trotz hoher Wettbewerbsintensität die Verkäufe in allen Segmenten. Grössere Baustoffmengen wurden über das regionale Vertriebsnetz exportiert. Holcim Vietnam erhöhte den Absatz trotz des steigenden Importdrucks; allerdings bremste der starke Anstieg der Stahlpreise die Bautätigkeit. Holcim Malaysia verkaufte nach dem schwachen Jahresanfang deutlich mehr Zement und Transportbeton. Die Konzerngesellschaft profitierte von der kräftigen Belebung der Binnen- und Exportwirtschaft. Weil die Marktpreise unter Druck standen, konzentrierte sich Holcim Singapur auf technologisch anspruchsvolle Aufträge und nahm eine Abnahme bei den Transportbetonvolumen in Kauf.

Auf den Philippinen wirkte sich die Vielzahl von privaten und öffentlichen Bauprojekten positiv auf den Bausektor aus. Der Zementversand von Holcim Philippinen stieg deutlich an. Auch in Indonesien blieb das Wirtschaftsklima freundlich. Die Zement- und Transportbetonlieferungen legten unterstützt von grossen Infrastrukturprojekten deutlich zu. Aufgrund der robusten Binnennachfrage reduzierten beide Konzerngesellschaften den Export von Klinker und Zement.

Nach den ungünstigen Witterungsverhältnissen zu Jahrebeginn erholte sich der Zementabsatz von Cement Australia im zweiten Quartal. Impulse lieferte die steigende Nachfrage nach umweltfreundlichen Verbundzementen. Aufgrund von Projektverzögerungen in Westaustralien lagen die Zuschlagstofflieferungen von Holcim Australia unter dem Niveau von 2009. Der Versand von Transportbeton erreichte trotz des steigenden Wettbewerbsdrucks in wichtigen Ballungszentren die Vorjahresmarke. In Neuseeland zeigte die Bauwirtschaft kaum Anzeichen einer Erholung. Die Konzerngesellschaft setzte jedoch nach der Übernahme der Managementverantwortung für einen zusätzlichen Steinbruch mehr Zuschlagstoffe ab. Die Volumenentwicklung beim Zement und Transportbeton blieb schwach.

Die Zementlieferungen der Konzernregion Asien, Ozeanien nahmen um 7 Prozent auf 36,5 Millionen Tonnen zu. Mit Ausnahme von Neuseeland hat Holcim in allen Konzernmärkten der Region den Zementabsatz erhöht. Zum Mengenwachstum hat die erstmalige Vollkonsolidierung von Cement Australia beigetragen. Bei den Zuschlagstoffen wurde ein Verkaufsvolumen von 13 Millionen Tonnen beziehungsweise ein Plus von 519 Prozent erzielt. Der Transportbetonversand stieg ebenfalls markant an, und zwar um 93,8 Prozent auf 6,2 Millionen Kubikmeter. In diesen hohen Steigerungsraten widerspiegelt sich vor allem der Erwerb von Holcim Australia, die in diesem Semester voll konsolidiert wurde.

Der betriebliche EBITDA der Konzernregion Asien, Ozeanien stieg um 22,8 Prozent auf CHF 1,1 Milliarden. Einen starken Ergebnisbeitrag erwirtschafteten die Konzerngesellschaften in Indien, Indonesien, Australien und auf den Philippinen. Das interne betriebliche EBITDA-Wachstum erreichte 4,2 Prozent.

Angesichts des prognostizierten Marktwachstums in Indonesien haben Verwaltungsrat und Konzernleitung entschieden, auf der Hauptinsel Java, in Tuban, ein neues Zementwerk zu erstellen. Das Werk mit einer Jahreskapazität von 1,6 Millionen Tonnen Zement soll in der ersten Jahreshälfte 2013 den Betrieb aufnehmen. Der neue Standort wird das bestehende Produktions- und Vertriebsnetz ergänzen und zur Senkung der Logistikkosten beitragen.

Kennzahlen 1. Semester 2010

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Holcim ist einer der weltweit führenden Anbieter von Zement und Zuschlagstoffen (Schotter, Kies und Sand) einschliesslich weiterer Geschäftsaktivitäten wie Transportbeton und Asphalt inklusive Serviceleistungen. Der Konzern hält Mehrheits- und Minderheitsbeteiligungen in rund 70 Ländern auf allen Kontinenten.
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