Media release on full year 2010

2 March 2011
 

In einem anspruchsvollen Umfeld hat Holcim mehr Zement, Zuschlagstoffe und Transportbeton verkauft. Gezielte Kapazitätserweiterungen steigern Umwelt- und Kosteneffizienz.

  • Steigende Verkaufsmengen bei Zement, Zuschlagstoffen und Transportbeton
  • Konsolidierter Nettoverkaufsertrag steigt um 2,5 Prozent auf CHF 22 Milliarden
  • Wirkungsvolles Kostenmanagement senkt Fixkosten um weitere CHF 312 Millionen
  • Betrieblicher EBITDA nimmt um 2,5 Prozent auf CHF 4,5 Milliarden ab
  • Rückgang des Konzerngewinns um 17,2 Prozent auf CHF 1,6 Milliarden
  • Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit stabilisierte sich mit CHF 3,7 Milliarden auf hohem Niveau
  • Reduktion der Nettoverschuldung um CHF 2,5 Milliarden, starke Liquidität und solide Bilanz
  • Antrag auf Ausschüttung aus der Kapitaleinlagereserve in Höhe des Vorjahres von CHF 1.50 pro Namenaktie



Tabelle: Jahreszahlen 2010 - Konzern

(Eine PDF-Version dieser Medienmitteilung ist hier verfügbar.)

Ausblick

  • Europa: bessere Nachfrageentwicklung
  • Nordamerika: leicht steigende Absatzvolumen
  • Lateinamerika: wachsende Baustoffnachfrage
  • Afrika, Naher Osten: eher verhaltene Marktsituation
  • Asien, Ozeanien: fortgesetztes Wachstum –zusätzliche Bauaktivitäten in Ozeanien in der zweiten Jahreshälfte
  • Holcim wird am weiteren Wachstum in den aufstrebenden Märkten erfolgreich teilhaben und in Europa und Nordamerika dank der schlanken Kostenstruktur von einer weiteren Konjunkturerholung überdurchschnittlich profitieren

 

Konjunkturaufschwung wirkte nur verzögert auf Baustoffnachfrage in Europa und Nordamerika
In Europa und Nordamerika zeigte die anziehende Konjunktur in der Bauwirtschaft noch wenig Wirkung. Die Impulsprogramme wurden nicht überall konsequent umgesetzt. Zudem hemmten Kälteperioden und heftige Regenfälle die Bautätigkeit in vielen Ländern.

Aufstrebende Märkte blieben weitgehend auf Wachstumskurs
Die aufstrebenden Märkte blieben – unter anderem gestärkt durch eine solide Bautätigkeit – weitgehend auf Wachstumskurs. In einer Reihe von Ländern wirkten sich der Monsun und tropische Stürme temporär negativ auf den Geschäftsverlauf aus. 

(Detailinformationen zu den einzelnen Konzernregionen im Anschluss an den Ausblick)

Absatzsteigerungen
Trotz des vielerorts anspruchsvollen Umfeldes steigerte Holcim die Liefermengen. Dieses Mengenwachstum ist breit abgestützt, denn in allen fünf Konzernregionen haben Konzerngesellschaften zu diesem Erfolg beigetragen. Bei den Zuschlagstoffen und beim Transportbeton war der prozentuale Anstieg ausgeprägter als beim Zement. Dies zeigte sich gerade auch bei den ausgebauten Aktivitäten in Australien, wo die neue Konzerngesellschaft Holcim Australia – eine landesweit führende Anbieterin von Zuschlagstoffen, Transportbeton und Betonwaren – erstmals ganzjährig konsolidiert wurde. In den rasch wachsenden Grossagglomerationen Asiens nahmen die Transportbetonverkäufe überdurchschnittlich zu.

Wirkungsvolles Kostenmanagement
Aufgrund der unsicheren Konjunkturaussichten setzte Holcim auch 2010 auf ein straffes Kostenmanagement, um die im Vorjahr erzielten, namhaften Fixkosteneinsparungen trotz Inbetriebnahme neuer Produktionskapazitäten zu sichern. Effektiv ist es den Konzerngesellschaften gelungen, die Fixkosten nochmals um CHF 312 Millionen zu senken. Dies wirkte sich positiv auf die Erfolgsrechnung aus.

Höherer Umsatz und nur leicht tieferes Betriebsergebnis
Der konsolidierte Nettoverkaufsertrag erhöhte sich um 2,5 Prozent auf CHF 21,7 Milliarden, während der betriebliche EBITDA um 2,5 Prozent auf CHF 4,5 Milliarden zurückging. Ausschlaggebend dafür waren unter anderem die schlechteren Geschäftsabschlüsse von Holcim Apasco in Mexiko und ACC in Indien. Holcim Apasco wurde von der schwachen Binnennachfrage getroffen, und bei ACC führte die verspätete Inbetriebnahme zusätzlicher Zementkapazitäten zu höheren Produktions- und Distributionskosten. Bei den Zuschlagstoffen hat die betriebliche EBITDA-Marge des Konzerns jedoch zugenommen.

Den stärksten Rückgang des operativen Ergebnisses erlitt Holcim in Europa. In den beiden Konzernregionen Nordamerika und Afrika, Naher Osten konnte die betriebliche EBITDA-Marge gesteigert werden. Über dem Vorjahr lag das operative Ergebnis in der Konzernregion Asien, Ozeanien – getragen von den Vollkonsolidierungen in Australien und dem guten Geschäftsgang in Indonesien. Die betriebliche EBITDA-Marge bildete sich in dieser Konzernregion zurück; das spiegelt auch den veränderten Produktemix als Folge der Neukonsolidierung von Holcim Australia und den temporären Preisdruck in Indien während des Monsuns. In Lateinamerika verbesserte sich vor allem Holcim Brasilien substantiell.

Der Konzerngewinn sank um 17,2 Prozent auf CHF 1,6 Milliarden, und der Anteil der Aktionäre Holcim Ltd fiel um 19,6 Prozent auf CHF 1,2 Milliarden.

 

Solide Finanzierung
Holcim schloss das Jahr 2010 einmal mehr mit einer soliden Bilanz und Liquidität. Die Nettoverschuldung des Konzerns wurde trotz des Baus neuer Anlagen und der Inbetriebnahme zusätzlicher Kapazitäten weiter gesenkt. Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit stabilisierte sich mit CHF 3,7 Milliarden auf einem hohen Niveau.

 

Durch Kapazitätserweiterungen Kosten senken, Erträge steigern und Umweltbilanz verbessern
Wie schon in den Vorjahren investierte Holcim in allen Segmenten in gezielte Kapazitätserweiterungen. Im Vordergrund stand das 2007 initiierte Ausbauprogramm im Segment Zement. Der Höhepunkt des Mitteleinsatzes wurde bereits 2009 erreicht, aber 2010 wurden immerhin noch CHF 1,2 Milliarden für Erweiterungsinvestitionen in bestehenden und neuen Märkten eingesetzt. Die weitere Investitionstätigkeit wurde nochmals auf tiefem Niveau gehalten.

2010 hat der Konzern neue Zementkapazitäten im Ausmass von 6,8 Millionen Tonnen in Betrieb genommen. Im Rahmen des Ausbauprogramms ging kurz vor Jahresende in Hermosillo, im Nordwesten von Mexiko, ein neues Zementwerk von Holcim Apasco in Betrieb. Es verfügt über eine Jahreskapazität von 1,6 Millionen Tonnen Zement und erlaubt die effizientere Bedienung der regionalen Bauwirtschaft sowie das Einsparen von Logistikkosten. Über eine erweiterte Mahlkapazität verfügt seit 2010 auch das Werk Nobsa in Kolumbien. In Indien nahmen Ambuja Cements und ACC mehrere Zement- und Mahlwerke in Betrieb, die im Verbund arbeiten. Damit sind die beiden Konzerngesellschaften bestens gerüstet, um am stetig wachsenden Zementverbrauch teilzuhaben. Zum Ausbauprogramm gehörte auch das Werk Wadi, wo ACC eine erweiterte Ofenlinie in Betrieb nahm; sie gilt derzeit mit einer Tageskapazität von 12 500 Tonnen als eine der grössten Produktionseinheiten weltweit.

Weitere Kapazitätserweiterungen sind in Russland, Aserbaidschan, Ecuador, Indien und Indonesien im Gange. Ausserdem ist in Australien ein grosser Steinbruch geplant, der die optimale Versorgung der Agglomeration von Sydney mit Zuschlagstoffen erlauben wird.

 

Antrag auf Ausschüttung in Höhe des Vorjahres
Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung vom 5. Mai 2011 eine Ausschüttung aus der Kapitaleinlagereserve in Höhe des Vorjahres von CHF 1.50 pro Namenaktie. Damit liegt die Ausschüttungsquote über dem Zielband von einem Drittel des Konzerngewinns. Dies widerspiegelt das Vertrauen des Verwaltungsrates und der Konzernleitung in die weitere Geschäftsentwicklung.

 

Biodiversität als Teil der nachhaltigen Entwicklung
Teil der Konzernstrategie ist die Förderung der nachhaltigen Entwicklung. Zur ökologischen Verantwortung gehört auch die Erhaltung der Artenvielfalt. Der Geschäftsbericht der Holcim Ltd schenkt dem Thema anlässlich des UNO-Jahrs der Biodiversität besondere Aufmerksamkeit. Dem Schutz der Artenvielfalt kommt an rund 600 Standorten, wo der Konzern Kalkstein, Ton und Mergel für die Zementproduktion sowie Schotter, Kies und Sand als Zuschlagstoffe abbaut, eine besondere Bedeutung zu. Holcim hatte schon 2007 ein Abkommen mit der International Union for Conservation of Nature (IUCN) zur Stärkung der Biodiversität unterzeichnet. Aus dieser Zusammenarbeit sind eine griffige Strategie und ein entsprechendes Managementsystem zum Schutz der biologischen Vielfalt entstanden. Die Partnerschaft wurde inzwischen um drei Jahre verlängert.

Fortschritte im Bereich der Sicherheit am Arbeitsplatz
Die Stärkung der Sicherheitskultur im ganzen Konzern steht nach wie vor im Zentrum der Bemühungen. Es wurden sichtbare Forschritte erzielt; dennoch gab es Todesfälle zu beklagen, die Holcim sehr bedauert. Verwaltungsrat und Konzernleitung sind aber überzeugt, dass mit den eingeleiteten Massnahmen die notwendigen Fortschritte erreicht werden.

 

Management Development und Verjüngung der Führung
Talentförderung und Nachfolgeplanung werden im Konzern nach einheitlichen Regeln und Prozessen durchgeführt. Mit Fachausbildung am Arbeitsplatz, eigenen Ausbildungsmodulen und der Zusammenarbeit mit führenden Universitäten bereitet Holcim die 80 000 Mitarbeitenden permanent auf das sich rasch wandelnde Umfeld vor.

Auf Konzernebene konzentrierten sich Verwaltungsrat und Konzernleitung auf die Verjüngung der Geschäftsleitung. Neu in die Konzernleitung gewählt wurden Thomas Aebischer als designierter CFO des Konzerns, Andreas Leu als Verantwortlicher für Lateinamerika sowie Roland Köhler als CEO der Holcim Group Support Ltd. Damit gelang es, die Konzernleitung innerhalb von zwei Jahren mit sechs neuen Mitgliedern zu erneuern.

 

Konzernausblick 2011
Nach wie vor bestehen für einzelne Teile der Weltwirtschaft Unsicherheiten bezüglich der Konjunkturentwicklung. Aus globaler Sicht darf jedoch davon ausgegangen werden, dass sich die Bauwirtschaft in den reifen Märkten erholen kann und das Wachstum in den aufstrebenden Märkten anhalten wird. Deshalb erwartet Holcim Absatzsteigerungen in allen Segmenten. Der Konzern wird alles daransetzen, dem Anstieg der Produktions- und Distributionskosten mit Nachdruck durch Preiserhöhungen entgegenzuwirken.

In Asien ist mit einem fortgesetzten Wachstum und zusätzlichen Bauaktivitäten in Ozeanien in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen. Leicht steigende Volumen werden für Europa und Nordamerika erwartet, und auch Lateinamerika darf von einer wachsenden Baustoffnachfrage ausgehen. Verhaltener wird die Entwicklung allerdings in der Konzernregion Afrika, Naher Osten sein.

Verwaltungsrat und Konzernleitung sind überzeugt, dass der Konzern am weiteren Wachstum in den aufstrebenden Märkten erfolgreich teilhaben wird und in Europa und Nordamerika dank der schlanken Kostenstruktur von einer weiteren Konjunkturerholung überdurchschnittlich profitieren wird.

 

Detailinformationen zu den einzelnen Konzernregionen:

 

Uneinheitliche Marktentwicklung in Europa

Tabelle:
Jahreszahlen 2010/Jahreszahlen 2009 - Konzernregion Europa


Konjunkturerholung in einigen Märkten

Nach einem ausserordentlich harten Winter verbesserte sich die Konjunktur in einigen westeuropäischen Staaten über Erwarten, insbesondere in Deutschland und Grossbritannien. Hingegen blieben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Süd- und Osteuropa durch die hohe Verschuldung das ganze Jahr über schwierig. Immerhin profitierte die russische Volkswirtschaft von den erstarkten Rohstoffmärkten.

Insgesamt verhaltene Bautätigkeit
Die Bauindustrie blieb vielerorts mit anhaltenden Nachwirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise konfrontiert. Nur da und dort stützten Stimulusmassnahmen der öffentlichen Hand die Auftragslage. Der kommerzielle Bau litt weiter unter der Zurückhaltung privater Investoren. Positive Signale kamen vereinzelt vom Wohnbau, dies vorwiegend aus Westeuropa. Nachdem in den ersten sechs Monaten in mehreren Märkten eine Erholung im Bausektor beobachtet werden konnte, flachten die Aktivitäten in der zweiten Jahreshälfte wieder ab.

Insgesamt wurde in mehreren westeuropäischen Märkten nach den witterungsbedingten Rückständen des ersten Quartals mehr gebaut. Ausnahmen waren Spanien, Italien und die Niederlande. In den osteuropäischen Ländern war die Bautätigkeit wegen der fehlenden Investitionsbereitschaft der öffentlichen Hand und der Privathaushalte rückläufig. Trotz Fortführung vereinzelter Infrastrukturprojekte kürzten die Regierungen ihre Ausgaben und stellten Bauvorhaben zurück. Die Überkapazitäten der Baustoffindustrie führten zu einem verschärften Wettbewerb und zu sinkenden Preisen.

Witterungs- und konjunkturbedingter Lieferrückgang
Witterungs- und Konjunktureinflüsse liessen die konsolidierten Liefermengen der Konzernregion Europa abnehmen. Der Zementabsatz ging um 2,6 Prozent auf 26,2 Millionen Tonnen zurück. Auch die Transportbetonvolumen verringerten sich um 5,9 Prozent auf 16 Millionen Kubikmeter, und der Zuschlagstoffversand reduzierte sich um
1 Prozent auf 77,6 Millionen Tonnen. Die Asphaltverkäufe stiegen um 1,8 Prozent auf 5,7 Millionen Tonnen.

In Grossbritannien hielt die Wirkung der 2009 lancierten Stimulierungsprogramme der Regierung an. Investitionen in Schulen, Spitäler und den öffentlichen Verkehr stützten das Baugewerbe. Obschon verschiedene Kunden Bauprojekte hinausschoben, konnte sich Aggregate Industries UK zusätzliche Aufträge sichern und mehr Zuschlagstoffe verkaufen. Die Transportbetonmengen haben trotz auslaufender Lieferungen für Bauten der Olympischen Spiele 2012 nur leicht abgenommen. Beim Asphalt übertraf der Absatz das Niveau von 2009.

In Frankreich entwickelte sich der Wohnbau dank tiefer Zinsen und Steuererleichterungen positiv. Auch die Inbetriebnahme eines neuen Mahlwerks bei Rouen und die Akquisition eines Importterminals in Nantes/St-Nazaire trugen zur Steigerung der Zementverkäufe bei. Beim Transportbeton resultierte ein Plus, und der Zuschlagstoffversand ging zurück. Im Dezember 2010 erhielt Holcim France die Bewilligung zum Bau eines Mahlwerks in La Rochelle. Damit vollzieht die Konzerngesellschaft einen weiteren Schritt zum Ausbau der Marktpräsenz in den Küstenmärkten Westfrankreichs. Die Anlage mit einer Jahreskapazität von 0,6 Millionen Tonnen Zement dürfte gegen Ende 2013 in Betrieb gehen.

Die Baustoffmärkte in Belgien und den Niederlanden litten unter den Ausgaberestriktionen der öffentlichen Hand. Importe beeinträchtigten den Zementabsatz in Belgien zusätzlich. Die Zuschlagstoff- und Transportbetonverkäufe stiegen an. Unterstützt wurden die Zement- und Transportbetonlieferungen von einem wichtigen Tunnelprojekt in Antwerpen.

Die deutsche Wirtschaft erholte sich deutlich schneller als andere Volkswirtschaften. Vor allem der private Wohnbau und Bauaktivitäten der öffentlichen Hand entwickelten sich positiv. Holcim Deutschland kompensierte die witterungs- und konkurrenzbedingt schwächere Inlandnachfrage teilweise mit höheren Zementexporten. Im Vordergrund stand die Belieferung des Gaspipeline-Konsortiums Nord Stream. Holcim Süddeutschland setzte deutlich mehr Zement und Klinker ab. Dazu trugen auch die gute Marktverfassung im Raum Stuttgart und vermehrte Exporte ab Werk Dotternhausen in die Schweiz bei.

In der Schweiz war das Wirtschaftswachstum solide. Davon profitierte die Baustoffindustrie in allen Sparten, so dass Holcim Schweiz an der Kapazitätsgrenze produzierte und die Vorjahresmengen übertraf. Holcim Italien verkaufte gleich viel Zement wie im Vorjahr. Der Zuschlagstoffabsatz war wegen der temporären Stilllegung eines weiteren Produktionsstandortes bei Bergamo stark rückläufig. Städtebauprojekte im Grossraum Mailand im Hinblick auf die Expo 2015 führten jedoch zu höheren Transportbetonlieferungen. Holcim Spanien konnte in einem nach wie vor schwachen Markt dank Exporten mehr Zement verkaufen. In den anderen Segmenten bildeten sich die Mengen weiter zurück.

Die Märkte Ost- und Südosteuropas litten stark unter der fehlenden Investitionsbereitschaft von staatlicher und privater Seite. Trotz EU-finanzierter Infrastrukturprojekte war die Bautätigkeit rückläufig. So verzeichneten die Konzerngesellschaften – mit Ausnahme von Holcim Tschechien – tiefere Zementlieferungen. Holcim Bulgarien litt zusätzlich unter Importen aus der Türkei. Bei den Zuschlagstoffen übertrafen die Einbussen von Holcim Kroatien, Holcim Rumänien und Holcim Bulgarien die positive Entwicklung in Ungarn, in der Tschechischen Republik und in der Slowakei. Im Segment Transportbeton konnte Holcim nur in Serbien höhere Absatzvolumen erzielen.

Unterstützt durch prosperierende Rohstoffmärkte und breit angelegte Stimulusmassnahmen erholte sich die russische Wirtschaft von der Krise. Dadurch belebte sich der Zementabsatz von Alpha Cement in der zweiten Jahreshälfte, und verglichen mit 2009 resultierte ein leichtes Plus. Positiv wirkten die Zunahme privater Wohnbauvorhaben im Grossraum Moskau und der anziehende Infrastrukturbau. Die neue, energieeffiziente Ofenlinie im Werk Shurovo hat Ende 2010 mit der Klinkerproduktion begonnen. Sie wird die aus der Sowjetzeit stammende Nassanlage ersetzen und substantielle Kosteneinsparungen ermöglichen. Alpha Cement wird die Marktstellung nachhaltig verbessern können und in Bezug auf den Umweltschutz neue Standards setzen. In Aserbaidschan verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum etwas. Massive Investitionen in die Infrastruktur machten jedoch den Rückgang im privaten Wohnbau weitgehend wett. Trotz Importdruck aus Russland, dem Iran, Georgien und der Türkei übertrafen die Zementlieferungen von Garadagh Cement das Vorjahresniveau leicht. Die Arbeiten für den Bau einer neuen Ofenlinie, die ab 2011 rund 1,7 Millionen Tonnen Zement produzieren wird, kommen weiter voran.

Deutlich tieferes Betriebsergebnis in Europa
Der betriebliche EBITDA der Konzernregion Europa nahm um 15,2 Prozent auf CHF 1045 Millionen ab, vor allem bedingt durch die Marktschwäche in Süd- und Südosteuropa, aber auch wegen des schwachen Euro. Im Ergebnis ist der Verkauf von CO2-Emissionszertifikaten in Höhe von CHF 95 Millionen (2009: 90) enthalten. Die bei vielen Konzerngesellschaften eingeleiteten Sparmassnahmen machten den Mengen- und Preisrückgang nur teilweise wett. Die interne betriebliche EBITDA-Entwicklung betrug -10,8 Prozent.

 

Einige Impulse in Nordamerika

Tabelle:
Jahreszahlen 2010/Jahreszahlen 2009 - Konzernregion Nordamerika

 

Nachhaltige Erholung lässt auf sich warten
Mitte 2009 schien die US-amerikanische Wirtschaft dank breit angelegter staatlicher Stimulusmassnahmen Anzeichen einer Erholung anzuzeigen. Das Vertrauen der Bevölkerung in eine nachhaltige Besserung der Wirtschaftslage kehrte erst begrenzt zurück. So blieben Investitionstätigkeit und Konsum wenig belebend. In Kanada hingegen profitierte die Konjunktur von staatlichen Förderprogrammen und einer starken Nachfrage nach Massengütern. Aber auch hier flachte das Wachstum im Jahresverlauf ab.

Rückläufige Bauinvestitionen in den USA; stabile Baukonjunktur in Kanada
Die Bautätigkeit in den USA blieb schwach, und die hohe Arbeitslosigkeit hemmte die Entwicklung des Wohnbaus. Eine Rekordzahl von Zwangsversteigerungen und die im ersten Halbjahr ausgelaufenen Subventionen für Hauskäufer bremsten die Nachfrage klar. Im Herbst 2010 zogen die Hauskäufe zwar unerwartet an, aber eine deutliche Erholung blieb aus. Auch die Investitionen in den gewerblich-industriellen Bau waren immer noch rückläufig. Ausnahmen bildeten allerdings der Gesundheits- und Kulturbereich.

Die Wirkung des Stimulusprogramms der US-Regierung im Infrastrukturbereich wurde reduziert durch die Verzögerung oder Sistierung von Projekten von Bundesstaaten und Gemeinden, deren Haushalte teilweise desolat sind. Erfreulicherweise gab die öffentliche Hand in der zweiten Jahreshälfte mehrere Infrastrukturprojekte vor allem im Strassenbau frei.

In Kanada trugen der staatlich geförderte Wohnbau und Infrastrukturinvestitionen zu einem Anstieg des Zementverbrauchs bei. Neben dem Strassenbau fiel die Expansion der Öl-, Gas-, Strom- und Stahlindustrie ins Gewicht. In den für Holcim wichtigen Märkten Ontario und Quebec nahm der Zementabsatz dank der soliden Inlandnachfrage weiter zu.

Teilweise höhere Verkaufsvolumen
Aufgrund des ausserordentlich harten Winters in weiten Teilen der USA verkaufte Holcim US im ersten Quartal 2010 deutlich weniger Zement. Im Jahresverlauf stiegen die Liefermengen aber an. Neben der hinderlichen Witterung drückte auch die mangelnde Nachfrage nach Wohn- und Geschäftsimmobilien auf die Volumen. Für einen gewissen Ausgleich sorgten Lieferungen für industrielle Bauvorhaben und Infrastrukturinvestitionen. Alles in allem stiegen die Zementverkäufe von Holcim US an.

Im ersten Halbjahr profitierte Holcim Kanada von den staatlichen Stimulusprogrammen und der stabilen Binnenkonjunktur. Zinserhöhungen und Änderungen in der Steuergesetzgebung führten jedoch ab Jahresmitte zu einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. Aufgrund der Krise in der US-Bauwirtschaft und des tiefen US-Dollarkurses gingen die Exporte zurück.

Insgesamt stiegen die Zementlieferungen der Konzernregion Nordamerika um 3,7 Prozent auf 11,1 Millionen Tonnen an.

Aggregate Industries US erlitt in allen Segmenten Absatzeinbussen. Nur in der Region von Washington wurde der Baustoffversand dank eines bedeutenden Strassenbauprojektes gehalten. Die Zuschlagstofflieferungen sanken vor allem im Westen und Nordosten des Landes; an der Ostküste verbesserte sich die Nachfrage gegen Jahresende. Beim Transportbeton erhöhte die Konzerngesellschaft ihren Marktanteil im Mittleren Westen und fing damit die rückläufige Volumenentwicklung in anderen Regionen teilweise auf. Der Asphaltabsatz bildete sich zurück.

Bei Holcim Kanada blieben die Zuschlagstoffmengen fast stabil. Während die Konzerngesellschaft in Quebec etwas weniger verkaufte, profitierte sie in Ontario von einer intensivierten Bautätigkeit in Toronto. Dort nahm vor allem der Transportbetonversand markant zu. Anspruchsvolle Bauvorhaben wie das Tunnelprojekt bei den Niagarafällen konnten mit hochwertigem, in der Herstellung anspruchsvollem Transportbeton beliefert werden. Auch Grossprojekte wie der Flughafen Montreal und verschiedene Autobahnabschnitte trugen zum Anstieg des Transportbetonabsatzes bei.

Insgesamt ging der konsolidierte Zuschlagstoffversand um 2,5 Prozent auf 39,2 Millionen Tonnen zurück. Die Transportbetonverkäufe stiegen um 1,8 Prozent auf 5,6 Millionen Kubikmeter an. Beim Asphalt resultierte ein Lieferrückgang von 9,3 Prozent auf 4,9 Millionen Tonnen.

Straffung der Organisationsstruktur in den USA
Seit April 2010 rapportieren die beiden Konzerngesellschaften Holcim US und Aggregate Industries US an einen US-Länderbereichsleiter. Der Fokus liegt auf der energischen Nutzung von Synergien im operativen Bereich und in der Informationstechnologie.

Grösstes Zementwerk der Vereinigten Staaten eingeweiht
Am 4. Juni 2010 wurde im Bundesstaat Missouri die Einweihung des neuen Zementwerkes Ste. Genevieve in Anwesenheit zahlreicher hoher Regierungsvertreter gefeiert. Seit Mitte 2009 beliefert das kosten- und energieeffiziente Werk Kunden im Einzugsgebiet von Mississippi und Missouri. Mit einer Produktionskapazität von 4 Millionen Tonnen Zement und eigenem Hafen ist Ste. Genevieve das grösste und umweltfreundlichste Werk der USA.

Höheres Betriebsergebnis in Nordamerika
Der betriebliche EBITDA der Konzernregion Nordamerika erhöhte sich um 15 Prozent auf CHF 460 Millionen. Das interne betriebliche EBITDA-Wachstum war mit 14,3 Prozent deutlich positiv. Zur Ergebnissteigerung trug das rigorose Kostenmanagement in den USA bei, aber auch der Effizienzgewinn durch das neue Werk Ste. Genevieve zeigte Wirkung. Auch Holcim Kanada vermochte ihr Resultat deutlich zu steigern. Aggregate Industries US konnte nicht an das Vorjahresergebnis anknüpfen.

 

Mehrheitlich krisenfeste Bauwirtschaft in Lateinamerika

Tabelle:
Jahreszahlen 2010/Jahreszahlen 2009 - Konzernregion Lateinamerika

 

Anhaltendes Wirtschaftswachstum
In den meisten Ländern der Konzernregion Lateinamerika ist die Wirtschaft 2010 weiter gewachsen. Allerdings blieb die Binnennachfrage in Mexiko und Zentralamerika schwach – weitgehend die Folge der fehlenden US-Nachfrage; erst gegen Ende des Jahres waren Anzeichen einer beginnenden Erholung spürbar. In den Andenländern blieb die Konjunktur intakt. Allerdings flachte die Wachstumskurve in Ecuador leicht ab. Brasilien verzeichnete ein äusserst lebhaftes Wirtschaftsgeschehen. Auch Argentinien und Chile erzielten ein robustes Wachstum.

In vielen Märkten nach wie vor rege Bautätigkeit
In Lateinamerika wurde 2010 mehr gebaut als im Vorjahr, mit Ausnahme von Mexiko und Zentralamerika, wo tiefere Auslandsüberweisungen, weniger Tourismus und schlechtes Wetter die Wirtschaft beeinträchtigten. Dies wirkte sich insbesondere negativ auf die Zementvolumen und Preise aus. Das nationale Infrastrukturprogramm in Mexiko wurde wegen Haushaltskürzungen zurückgebunden, so dass die Ausgaben der öffentlichen Hand nur marginal anstiegen. Dem privaten Wohnbau fehlten trotz verbessertem Kreditzugang die Impulse der Auslandsüberweisungen aus den USA. Die Bauindustrie El Salvadors litt ausserdem unter der verzögerten Inangriffnahme staatlicher Infrastrukturprojekte und den markant tieferen Auslandsüberweisungen. In Costa Rica und Nicaragua fehlte der Baustoffnachfrage die Unterstützung durch staatliche Infrastrukturprogramme; auch private Investoren hielten sich zurück.

In Kolumbien entwickelten sich der private und soziale Wohnbau sowie der kommerzielle Bau dank günstigen Zinssätzen sehr gut. Darüber hinaus verabschiedete der Staat zahlreiche Grossprojekte im Strassen-, Hafen-, Flugplatz- und Brückenbau. Viele davon befinden sich bereits in der Umsetzungsphase. In Ecuador flachte die Bautätigkeit nach einem guten Vorjahr ab. Sinkende Ausgaben der öffentlichen Hand, weniger Überweisungen aus dem Ausland und geringere Einnahmen der Ölindustrie hemmten die Wirtschaftsdynamik.

In Brasilien trugen die tiefere Arbeitslosigkeit, staatliche Unterstützungsprogramme, der Anstieg der kleinen und mittleren Einkommen und der vereinfachte Zugang zu Krediten zu einem höheren Baustoffkonsum bei. Die Regierung war überdies bestrebt, Wohnbau- und Infrastrukturdefizite zu beheben. In Argentinien wuchs die Bauindustrie signifikant, beflügelt durch die Fortführung öffentlicher Infrastrukturprogramme und private Investitionen im Industrie- und Geschäftsbau. Auch in Chile war das Baugewerbe gut ausgelastet, allerdings kam es nach dem Erdbeben vom Februar zu Verzögerungen im Wohnungsbau.

 

Insgesamt stabile Baustofflieferungen
Bei Holcim Apasco in Mexiko ging der inländische Zementversand zurück, allerdings weniger stark als der Gesamtmarkt. Dank Infrastrukturprojekten im Verkehrs- und Versorgungsbereich konnte der Versand von Zuschlagstoffen und Transportbeton gesteigert werden. Beliefert wurden vor allem Strassen-, Brücken- und Staudammprojekte sowie die Flüssiggasindustrie in Manzanillo.

Mit der Inbetriebnahme des neuen Werkes Hermosillo im Bundesstaat Sonora vollzog Holcim Apasco einen wichtigen Kapazitätsausbau. Das Werk stärkt die Position der Konzerngesellschaft als landesweit tätiger Baustoffanbieter und wird zu einer erheblichen Reduktion der Logistikkosten führen. Diese namhafte Investition, die auch Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigte, erhöht die Zementkapazität von Holcim Apasco auf total 12 Millionen Tonnen.

Die rückläufige Baukonjunktur belastete den Baustoffabsatz von Holcim El Salvador. Die gewichtigen Staudammprojekte "El Chaparral" und "Vacas Falls" wurden temporär gestoppt beziehungsweise beendet. Holcim Costa Rica spürte die marktbedingt schwächere Nachfrage ebenfalls. Nach der Fertigstellung des Pirris-Staudamms sank der Zementversand. Rückläufig war auch der Transportbetonabsatz der Konzerngesellschaft. Die Lieferungen von Betonprodukten der Tochtergesellschaft Productos de Concreto nahmen jedoch zu. Die Zuschlagstofflieferungen wurden zwar durch den Ausbau des Industrieparks Guápiles gestützt, sanken aber dennoch insgesamt. In Nicaragua führten die öffentlichen Investitionen in den sozialen Wohnbau im Vorfeld der Wahlen 2011 zu höheren Absatzmengen in allen Segmenten.

Holcim Kolumbien verkaufte dank Infrastrukturbauten und der erweiterten Mahlkapazität im Werk Nobsa mehr Zement. Ein von den Behörden angeordneter temporärer Produktionsunterbruch im Werk Manas bewirkte einen Rückgang bei den Zuschlagstofflieferungen im Grossraum von Bogotá. Der Transportbeton lag jedoch auf Vorjahresniveau. Holcim Ecuador verzeichnete beim Zement und vor allem bei den Zuschlagstoffen leichte Volumeneinbussen, während die Transportbetonmengen stabil blieben.

Bei Holcim Brasilien profitierte der Zementversand von der stetig steigenden Nachfrage. Die Marktpositionierung der Konzerngesellschaft in den Metropolen Rio de Janeiro und São Paulo sowie im ganzen Industriegürtel dieser Region führte auch zu deutlich höheren Zuschlagstoffverkäufen.

Bei Minetti in Argentinien wurde der Zementabsatz von der steigenden Inlandnachfrage sowie von Klinker- und Zementexporten ins benachbarte Ausland getragen. Während die Zuschlagstofflieferungen unter dem Vorjahreswert lagen, erhielt der Transportbetonbereich von Minetti durch den Betonstrassenbau einen Auftrieb. Cemento Polpaico in Chile setzte deutlich mehr Zuschlagstoffe und Transportbeton ab. Der Zementverkauf bildete sich hingegen wegen neuer Mitbewerber etwas zurück.

Der konsolidierte Zementverkauf der Konzernregion Lateinamerika reduzierte sich um 0,4 Prozent und betrug 22,7 Millionen Tonnen. Die Zuschlagstofflieferungen erhöhten sich um 3,4 Prozent auf 12,2 Millionen Tonnen. Die Transportbetonverkäufe nahmen um 4 Prozent auf 10,5 Millionen Kubikmeter zu.

Mehrere Konzerngesellschaften haben im Verlauf des Berichtsjahres zusätzliche Produktionskapazitäten in Betrieb gestellt oder neue Investitionsprojekte in Angriff genommen. Neben dem neuen Zementwerk Hermosillo von Holcim Apasco im Nordwesten von Mexiko wurde in Kolumbien eine dritte Zementmühle in Betrieb genommen, was die Zementkapazität des Werkes Nobsa auf 2,1 Millionen Tonnen erhöht. Die Konzerngesellschaft in Ecuador hat ebenfalls ein Projekt zur Erhöhung der Produktionskapazität um 1,8 Millionen Jahrestonnen Zement in Ausführung. Je nach Nachfragesituation wurden auch bei den Zuschlagstoffen und beim Transportbeton neue Kapazitäten geschaffen, so in Mexiko und Chile.

Tieferes operatives Betriebsergebnis in Lateinamerika
Der betriebliche EBITDA nahm in der Konzernregion Lateinamerika um 7,2 Prozent auf CHF 999 Millionen ab. Die guten Ergebnisse der brasilianischen und der argentinischen Konzerngesellschaft reichten nicht aus, um die fehlende Dynamik in anderen Märkten, insbesondere in Mexiko, wettzumachen. Die interne betriebliche EBITDA-Entwicklung betrug -7,5 Prozent.

 

Stabile Baustoffnachfrage in Afrika, Naher Osten

Tabelle:
Jahreszahlen 2010/Jahreszahlen 2009 - Konzernregion Afrika, Naher Osten

 

Wirtschaft blieb auf Wachstumskurs
In der Konzernregion Afrika, Naher Osten verlief die Baukonjunktur mehrheitlich positiv. Infrastrukturprojekte und Privatbauten stützten in Marokko die Nachfrage, die allerdings in anderen Bereichen zurückging. Im Libanon wurde viel investiert; die Wachstumsdynamik liess jedoch im vierten Quartal nach. In den westafrikanischen Märkten gaben die Präsidentschaftswahlen dem Baugewerbe Auftrieb, und im Indischen Ozean blieb die Bautätigkeit robust.

Mehrheitlich solide Baustoffnachfrage
Holcim Marokko setzte aufgrund der nachlassenden Marktdynamik und des intensiveren Wettbewerbs wegen zusätzlicher Kapazitäten weniger Zement ab. Auch wetterbedingte Strassenunterbrüche in der Region Casablanca beeinträchtigten die Verkäufe. Der Zuschlagstoffabsatz profitierte vom Ausbau der Autobahn Rabat-Casablanca und von der Inbetriebnahme eines neuen Steinbruchs in Skhirat. Bedeutende Lieferungen für eine neue Wasseraufbereitungsanlage bei Fès stützten die Transportbetonvolumen, die per saldo jedoch sanken. Die Verdoppelung der Klinkerkapazität im Werk Fès kam planmässig voran. Holcim Libanon verzeichnete einen deutlichen Anstieg der Zement- und Transportbetonlieferungen. Die Betriebe in der Region des Indischen Ozeans haben die Verkaufsvolumen beim Zement gehalten; bei den Zuschlagstoffen und beim Transportbeton führte der Mangel an grossen Infrastrukturprojekten zu einem Absatzrückgang. Die von Holcim Trading geführten Betriebe in Westafrika und am Arabischen Golf erhöhten den Zementabsatz. National Cement in Abu Dhabi etablierte sich als grösste Mahlstation der Emirate.

Die Zementlieferungen der Konzernregion Afrika, Naher Osten stiegen um 1,1 Prozent auf 8,9 Millionen Tonnen. Der Zuschlagstoffversand nahm um 3,8 Prozent auf 2,5 Millionen Tonnen ab. Beim Transportbeton verharrten die Verkäufe vor allem wegen des schwachen Marktes auf La Réunion mit 1,1 Millionen Kubikmeter auf dem Vorjahresniveau.

Tieferes operatives Betriebsergebnis in Afrika, Naher Osten
Der betriebliche EBITDA der Konzernregion Afrika, Naher Osten nahm vor allem wegen Marokko um 3,8 Prozent auf CHF 359 Millionen ab. Das interne betriebliche EBITDA-Wachstum erreichte 5,4 Prozent.

 

Solide Baukonjunktur in Asien, Ozeanien

Tabelle:
Jahreszahlen 2010/Jahreszahlen 2009 - Konzernregion Asien, Ozeanien


Starkes Wirtschaftswachstum in praktisch allen Märkten
Die Wirtschaftsräume in der Konzernregion Asien, Ozeanien entwickelten sich durchwegs positiv. Hohe Infrastrukturausgaben, ein generell erfreuliches Investitionsklima und wachsender Konsum gaben den Volkswirtschaften insbesondere in Indien, Thailand, Vietnam, Malaysia und auf den Philippinen Auftrieb. Auch nach Indonesien strömte vermehrt ausländisches Kapital, und in Australien unterstützte das allgemein freundliche asiatische Wirtschaftsklima die Nachfrage. Allerdings haben starke Regenfälle und Überschwemmungen im Osten von Australien das sonst positive Bild im vierten Quartal getrübt. Neuseeland liess die Rezession hinter sich und fand zu einem moderaten Wachstum zurück.

Höhere Baustoffnachfrage
In Indien blieb der Zementverbrauch auf hohem Niveau. Investitionen in die Infrastruktur und der Nachholbedarf im Wohnbau förderten die Baukonjunktur ebenso wie die steigende Nachfrage des gewerblich-industriellen Sektors. Der Zementverbrauch erreichte im ersten Halbjahr zweistellige Wachstumsraten, bevor er sich im zweiten Semester monsunbedingt etwas abschwächte. Auch in Sri Lanka und Bangladesch wuchs die Bauwirtschaft kräftig, getrieben von staatlichen Infrastruktur- und Wohnbauprojekten.

In Thailand zeigte der private Wohnbau eine ausserordentlich starke Zunahme. Die vietnamesische Regierung investierte in Energieversorgung, Häfen und Brücken. In Malaysia verlangsamte sich das Wachstum des Zementbedarfs als Folge von Verzögerungen bei der Umsetzung der staatlichen Stimulusprogramme.

Auf den Philippinen legte die Bauindustrie trotz unvorteilhafter Witterung stärker zu als erwartet; dazu trugen das Klima des Vertrauens in die neue Regierung und Überweisungen der Arbeitnehmer aus dem Ausland bei. In Indonesien nahm der Zementverbrauch zu, dies trotz heftiger Regenfälle und Naturkatastrophen wie dem Vulkanausbruch am Mount Merapi.

In Australien schwächte sich der moderate Aufwärtstrend im zweiten Semester etwas ab. Zudem kam kurz vor Jahresende und dann vor allem im neuen Jahr die Bautätigkeit wegen der verheerenden Überschwemmungen im Osten des Kontinents an vielen Orten zum Erliegen. Ausserdem beeinträchtigten steigende Zinssätze Investitionen im Wohnbau. In Neuseeland wirkte sich die leichte konjunkturelle Erholung noch nicht auf die Bauwirtschaft aus.

 

Steigender Absatz in allen Segmenten
Bei Ambuja Cements in Indien führte der Kapazitätsausbau nicht nur zu einem überdurchschnittlichen Anstieg des Inlandversandes, sondern auch der Export zeigte gute Ergebnisse. In Himachal Pradesh und Chhattisgarh wurden zwei neue Ofenlinien in Betrieb genommen; neue Mahlwerke liefen in Himachal Pradesh und Uttar Pradesh an. Damit stieg die Produktionskapazität der Konzerngesellschaft um 36,1 Prozent auf 16,4 Millionen Tonnen Klinker.

ACC konnte die Zementverkäufe knapp halten. Die Konzerngesellschaft war in mehreren Märkten mit Transportengpässen und besonders widrigem Wetter konfrontiert. Ausserdem verzögerte sich die Inbetriebnahme neuer Produktionskapazitäten. Dafür stieg der auf urbane Ballungszentren konzentrierte Transportbetonversand mit einer zweistelligen Zuwachsrate an. ACC belieferte bedeutende Infrastrukturprojekte wie den Flughafenausbau in Kalkutta und den Metro-Bau in Mumbai.

ACC nahm im dritten Quartal die erweiterte Ofenlinie 2 im Werk Wadi in Betrieb. Dort können jetzt pro Tag bis zu 12 500 Tonnen Klinker hergestellt werden; es ist somit eine der grössten Produktionseinheiten weltweit. Von da werden nun auch die beiden neuen Mahlwerke in Karnataka mit Klinker beliefert. Im Werk Chanda wurde im vierten Quartal mit der Inbetriebnahme der neuen Ofenlinie begonnen. Insgesamt nahm ACC 2010 mehr als 3,3 Millionen Tonnen neue Klinkerkapazität in Betrieb.

Mit den Erweiterungen in beiden Konzerngesellschaften und dem verstärkten Eingehen auf Kundenbedürfnisse speziell im Servicebereich wurden die Voraussetzungen für eine gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit im Wachstumsmarkt Indien geschaffen.

Holcim Lanka sicherte sich im Nordosten des Landes mit der Beteiligung an verschiedenen Infrastrukturprojekten einen grossen Marktanteil und verkaufte deutlich mehr Zement. Auch Holcim Bangladesch erzielte dank Aufträgen im Strassen- und Hochhausbau eine zweistellige Zuwachsrate beim Zement.

Siam City Cement in Thailand verkaufte bei hoher Wettbewerbsintensität mehr Zement als im Vorjahr. Die Exporte ins benachbarte Ausland nahmen ebenfalls zu. Bei den Zuschlagstoffen und beim Transportbeton wirkten sich bedeutende Bauprojekte in Bangkok positiv auf die Liefermengen aus. Holcim Vietnam baute drei neue Transportbetonzentralen und erzielte einen Rekordabsatz. Die Konzerngesellschaft belieferte wichtige Projekte zum Ausbau der Hafeninfrastruktur im Süden des Landes und verkaufte, wie auch Holcim Malaysia, mehr Zement und Transportbeton. Auch in Malaysia begünstigten neue Transportbetonzentralen die Verkäufe. Holcim Singapur konzentrierte sich auf technologisch anspruchsvolle Aufträge und nahm beim Transportbeton bewusst Volumeneinbussen im Kauf. Ab Jahresmitte wurden alle Produktionsstandorte in Singapur unter eine einheitliche Führung gestellt und Jurong Cement an der Börse dekotiert.

Trotz Konkurrenzdruck steigerte Holcim auf den Philippinen die Lieferungen von Zement. Im vierten Quartal ging die Nachfrage allerdings etwas zurück, da die Regierung ihre Ausgaben teilweise vom Infrastruktur- auf den Bildungs- und Sozialbereich verlagerte. Bei Holcim Indonesien wuchsen die Transportbetonvolumen vor allem im zweiten Halbjahr, nachdem Verzögerungen von Infrastrukturprojekten den Jahresauftakt belastet hatten. Wegen rückläufiger Exporttätigkeit blieb der Zementabsatz in etwa auf Vorjahreshöhe. Im Dezember erfolgte der Spatenstich für den Bau eines Zementwerks in Tuban auf der Hauptinsel Java. Das Werk mit einer Jahreskapazität von 1,6 Millionen Tonnen Zement wird in der ersten Jahreshälfte 2013 den Betrieb aufnehmen. Der neue Standort wird das bestehende Produktions- und Vertriebsnetz ideal ergänzen und zur Senkung der Logistikkosten beitragen.

Cement Australia konnte die Zementverkäufe in einem insgesamt flauen Markt und trotz widriger Witterungsbedingungen zum Jahresende in Queensland knapp halten. Wegen der verzögerten Inangriffnahme grösserer Bauprojekte musste sich Holcim Australia auf tiefere Zuschlagstoffverkäufe einstellen. Zudem herrschte ein starker Preisdruck im Transportbetongeschäft – verschärft durch die atypisch starken Regenfälle und die nachfolgenden Überschwemmungen in Queensland. Holcim Neuseeland lieferte bei einer generell rückläufigen Baukonjunktur weniger Zement aus. Die Zuschlagstoffverkäufe stiegen dank eines zusätzlichen Steinbruchs in Wellington. Das schwere Erdbeben vom September beeinträchtigte die Lieferungen der Konzerngesellschaft nur marginal; Schäden am Strassen- und Schienennetz werden nun behoben.

Insgesamt nahm der Zementabsatz in der Konzernregion Asien, Ozeanien um 6,1 Prozent auf 71,4 Millionen Tonnen zu. Die Zuschlagstoffmengen stiegen um 153,8 Prozent auf 26,4 Millionen Tonnen. Beim Transportbeton resultierte ein Lieferplus von 56,8 Prozent auf 12,7 Millionen Kubikmeter.

Steigerung des betrieblichen EBITDA in Asien, Ozeanien
In der Konzernregion Asien, Ozeanien nahm der betriebliche EBITDA trotz des temporären Preisdrucks während des Monsuns in Indien und des erheblichen Anstiegs der variablen Produktions- und Distributionskosten gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Prozent auf CHF 1820 Millionen zu. Vielerorts konnte die Kosteneffizienz weiter verbessert werden. Einen soliden Ergebnisbeitrag lieferten Ambuja Cements, Holcim Indonesien und Holcim
Philippinen sowie die erstmals ganzjährig voll konsolidierten Konzerngesellschaften in Australien. Die interne betriebliche EBITDA-Entwicklung betrug -10,8 Prozent.

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Holcim ist einer der weltweit führenden Anbieter von Zement und Zuschlagstoffen (Schotter, Kies und Sand) einschliesslich weiterer Geschäftsaktivitäten wie Transportbeton und Asphalt inklusive Serviceleistungen. Der Konzern hält Mehrheits- und Minderheitsbeteiligungen in rund 70 Ländern auf allen Kontinenten.

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Diese Mitteilung ist auch in Englisch erhältlich.

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Tabelle:
Jahreszahlen 2010/Jahreszahlen 2009 - Kennzahlen