Zementwerk nutzt die best verfügbare Filtertechnik

28 Februar 2019
 

Werksleiter nimmt Stellung / Zementwerk beliefert Baustellen in Region

Dotternhausen. Die geplante Süderweiterung des Kalksteinbruchs Plettenberg sowie der Einsatz von Ersatzbrennstoffen und Emissionen im Zementwerk Dotternhausen werden aktuell in der Region diskutiert. Die Holcim (Süddeutschland) GmbH ist im Dialog mit verschiedensten Interessensgruppen. 


Werksleiter Dieter Schillo nimmt Stellung zur Debatte: „Die Rohstoffgewinnung bildet die Grundlage unseres Wirtschaftens. Umso mehr spielen Nachhaltigkeits- und Umweltaspekte innerhalb unseres Unternehmens eine zentrale Rolle. Es gehört zu den grundlegenden Anliegen von Holcim, Umweltschutz, soziale Verantwortung und wirtschaftlichen Erfolg miteinander in Einklang zu bringen.“

Die langfristige Sicherung der Rohstoffe Ölschiefer und Kalkstein ist für das Zementwerk von existenzieller Bedeutung. Kalkstein ist mengenmäßig der wichtigste Rohstoff für die Zementindustrie und die Menge, die in der zum Abbau vorgesehenen Plettenberg-Kulisse steckt, reicht um circa sieben Jahre Zement zu produzieren. Schillo: “Wir gehen verantwortungsvoll mit dem Thema Kulissenabbau und -gestaltung um und sind überzeugt, dass in vielen Kreisen schlichtweg falsche Vorstellungen herrschen in Bezug auf die Sichtachsen und die Veränderungen des Blicks auf den Berg. Der Plettenberg bleibt – auch wenn er sich seit über hundert Jahren mit dem Abbau verändert. Wir arbeiten 60 Meter in die Tiefe und nicht weiter. Die Sicht von Dotternhausen, Schömberg, Ratshausen oder von der B27 aus bleibt genauso wie sie heute ist. Von Balingen aus wird sich das Bild verändern, aber nicht in dem Umfang, wie das von manchen angenommen wird. Lediglich von Berg zu Berg – also vom Schafberg zum Plettenberg wird es einen Einblick geben“, betont Dieter Schillo.

 

Zement hauptsächlich für Baustellen in der Region

„Wir sind eine Industrie, die Bedarf deckt und nicht weckt“, so Schillo zum Vorwurf, es werde immer mehr Kalkstein als Rohstoff für die Zementproduktion abgebaut. Schillo: „Die Geschwindigkeit des Abbaus spiegelt die Nachfrage nach dem Baustoff Zement wider. Wird viel gebaut, benötigen die Bauunternehmen viel Zement. Lässt die Nachfrage nach, sinkt die Abbaumenge. „Wir produzieren mit dem Rohstoff Kalkstein Zement, der hauptsächlich im Umkreis von rund 120 Kilometern ums Werk an Kunden geliefert wird.  Dem Vorwurf, es werde immer noch mehr produziert, entgegnet Dieter Schillo: “Wir können nicht mehr abbauen und produzieren als aktuell, weil das unsere Anlagen- und Ofenkapazität gar nicht hergibt.“

Schillo betont, es sei ökologisch sinnvoll und politisch gewollt Rohstoffquellen vollständig auszuschöpfen. Andernfalls müssten an weiteren Stellen weitere Abbaustätten erschlossen werden – was weder wirtschaftlich sinnvoll noch nachhaltig ist. Es sei ein Grundsatz der Planung und erklärter politischer Wille, Lagerstätten möglichst vollständig auszuschöpfen. Schillo: “Wir brauchen Planungssicherheit für mindestens 40 bis 50 Jahre, um Investitionen tätigen zu können.”

 

Holcim größter Gewerbesteuerzahler in Dotternhausen

Den Vorwurf keine Steuern zu bezahlen, kontert Schillo: „Holcim hält sich an Recht und Gesetz und bezahlt Gewerbesteuer an die Gemeinden Dotternhausen, Dormettingen und Dautmergen. Holcim ist nach wie vor der größte Gewerbesteuerzahler in Dotternhausen. „Die Steuergesetze machen nicht wir, sondern die Politik“, unterstreicht der Werksleiter.

 

„Gesundheit auch in unserem Interesse“

Zum  Einsatz von Ersatzbrennstoffen und den Emissionen des Zementwerks erklärt der Werksleiter: „Holcim führt umfangreiche Maßnahmen zur Abgasreinigung durch. Seit vielen Jahren wenden wir die beste sinnvolle verfügbare Technik an, um die gegebenen Emissionsgrenzwerte zu unterschreiten. Die Anstrengungen bei der Abgasreinigung zielen darauf ab, die anspruchsvollen deutschen Grenzwerte sicher einzuhalten. Das schaffen wir mit unserer Technik und liegen teilweise weit unter den Grenzwerten.”

Zur Minderung auftretender Stickstoffoxide (NOX) setzt Holcim das SNCR-Verfahren (Selektive Nicht-Katalytische Reduktion) ein. Ein weiteres, erst seit kurzer Zeit in der Zementindustrie gängiges Verfahren ist das SCR-Verfahren (Selektive Katalytische Reduktion). Die Annahme, dass lediglich das SCR-Verfahren die beste verfügbare Technik darstellt, ist falsch. Beide Technologien sind Stand der Technik. Je nach Standort kann das eine oder das andere Verfahren ökologisch sinnvoller sein. Bei der konkreten Auswahl der jeweiligen Minderungsverfahren müssen die werksspezifischen Gegebenheiten wie Rohstoffe und Abgaswerte berücksichtigt werden, um die Emissionen sinnvoll zu reduzieren. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber den Zementwerken freigestellt, welche Technologie sie zur Minderung einsetzen (Technologieoffenheit), sofern gewährleistet ist, dass die relevanten Grenzwerte (NOx, NH3) unterschritten werden. Nur so ist es den Zementherstellern in Deutschland bei den zu treffenden Maßnahmen möglich, diese werksspezifischen Gegebenheiten wie beispielsweise die regional zum Teil sehr unterschiedliche Zusammensetzung des Rohmaterials im Steinbruch sowie die vor Ort bestehende Anlagentechnik zu berücksichtigen. Für den Standort Dotternhausen ist das SNCR-Verfahren nachweislich die ökologisch sinnvollere Minderungstechnologie. Dass die hier am Standort umgesetzten Emissionsminderungsmaßnahmen wirkungsvoll sind, zeigt sich im Vergleich zu den anderen deutschen Zementwerken. Bei den Emissionen aus dem Drehrohrofen gehören wir mit zu den deutschen Zementwerken mit den niedrigsten Emissionen.

Dieter Schillo: „Arbeitssicherheit und Gesundheit haben bei Holcim höchste Priorität. Es geht um die Gesundheit von uns allen. Mitarbeiter und Mitbürger – Menschen in der Region. Das ist auch in unserem Interesse. Bei Einhaltung der Grenzwerte ist nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft, Medizin und Technik davon auszugehen, dass aus Vorsorge ein hohes Schutzniveau gegeben ist und keine schädlichen Auswirkungen für Mensch, Umwelt und Natur auftreten.”


Viele Informationsplattformen

Dieter Schillo: „Wir wissen wie komplex die Themen sind. Alleine mit der geplanten Süderweiterung sind wir seit 2010 im Gespräch, nutzen die frühe Öffentlichkeitsbeteiligung und sind mit den verschiedensten Interessengruppen im Gespräch. Wir tun alles, um möglichst viele Informationsplattformen zu bieten. Aktuell sind wir am Runden Tisch im Gespräch mit dem Naturschutzbund und dem Landesnaturschutzverband. Außerdem haben wir 2017 und 2018 drei öffentliche Dialogveranstaltungen für alle Bürger aus der Region geboten und einen vierten speziell für die Dormettinger Bürger. An diesen Nachbarschaftsdialogen werden wir auch künftig festhalten. Daraus sind über 200 Fragen und Antworten entstanden, die auf www.dialgoverfahren-dotternhausen.de abrufbar sind. Der Dialog mit unseren Nachbarn und den verschiedenen Interessengruppen ist uns wichtig. Auch geben wir gerne Einblick in das, was wir tun. Dazu gibt es witterungsabhängig von Mai bis September die öffentlichen Führungen auf dem Plettenberg sowie öffentliche Werksführungen."

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