Annual results 2009 Holcim Ltd

03.03.2010
 

  • Straffes Kosten- und Kapazitätsmanagement zahlen sich in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld aus.
  • Fixkostenabbau übersteigt auf vergleichbarer Basis mit CHF 857 Millionen die Zielsetzung von CHF 600 Millionen.
  • Strategisches Kapazitätsausbauprogramm fortgeführt.
  • Im zweiten Semester höhere betriebliche EBITDA-Marge trotz Volumenrückgang in allen Segmenten.
  • Im Vorjahresvergleich deutlich bessere finanzielle Ergebnisse im vierten Quartal.
  • Konzerngewinn erreicht knapp CHF 2 Milliarden.
  • Geldfluss aus Geschäftstätigkeit steigt auf CHF 3,9 Milliarden.
  • Starke Liquidität, tiefere Nettoverschuldung, Bilanz weiter gestärkt.
  • Antrag auf unveränderte Ausschüttungsquote; je Namenaktie soll eine Bardividende von CHF 1.50 ausgerichtet werden.
  • Konsultativabstimmung zum Entschädigungsbericht.

Rezessives Umfeld in Europa und Nordamerika
Die Bauwirtschaft musste namentlich in Europa und Nordamerika markante Einbrüche verkraften. Besonders schwierig war die Lage in den USA, in Grossbritannien und Spanien, aber auch in Ost- und Südosteuropa sowie Russland war die Baurezession heftig.

Bessere Ausgangslage in den Wachstumsmärkten
Besser war die Ausgangslage in Asien und zu einem guten Teil auch in Lateinamerika und Afrika. Hier blieben viele Länder auf Wachstumskurs - allen voran Indien und China. Dies zahlte sich für Holcim aus, da der Konzern in den Emerging Markets wie kein anderer international tätiger Baustoffhersteller präsent ist.

(Detailinformationen zu den einzelnen Konzernregionen im Anschluss an den Ausblick)

Dezidiertes Kostenmanagement fängt Volumenrückgang auf
Die Volumen gingen in allen Segmenten noch einmal zurück. Vereinzelt standen auch die Preise stärker unter Druck. Dennoch erzielte Holcim bei einem konsolidierten Nettoverkaufsertrag von CHF 21,1 Milliarden einen betrieblichen EBITDA von CHF 4,6 Milliarden.

Das Ziel, die Abläufe und Strukturen zu verschlanken und die Fixkosten um mindestens CHF 600 Millionen zu senken, wurde auf vergleichbarer Basis mit CHF 857 Millionen deutlich übertroffen. Dass sich die Sparmassnahmen zunehmend auswirkten, widerspiegelt sich im internen Wachstum des betrieblichen EBITDA: War das Wachstum im ersten Semester noch stark negativ, verbesserte es sich im zweiten Semester deutlich.

Den stärksten Rückgang des betrieblichen EBITDA erlitt der Konzern in Europa, den zweitstärksten in Nordamerika. Lateinamerika hielt sich gut. Unter Ausklammerung der Dekonsolidierungen infolge der Verstaatlichung in Venezuela wuchs die Region weiter. Auch die Konzernregion Afrika, Naher Osten schnitt im Vorjahresvergleich leicht besser ab. Beachtlich ist die Steigerung des betrieblichen EBITDA in Asien, Ozeanien. Das erfreuliche Ergebnis wurde insbesondere durch die starke Leistung von ACC und Ambuja Cements in Indien getragen, aber auch durch die Leistungen auf den Philippinen und in Indonesien sowie die Neukonsolidierungen in Australien.

Starke Liquidität, tiefere Nettoverschuldung, Bilanz weiter gestärkt
Eine ganze Reihe von Kapitalmarkttransaktionen und die Kapitalerhöhung brachten zusammen CHF 7,8 Milliarden ein und deckten alle Finanzierungsbedürfnisse. Erfreulicherweise nahm der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit überdurchschnittlich zu, und die Nettofinanzschulden konnten trotz laufender Kapazitätserweiterungen und der mit Eigenkapital finanzierter Akquisition um CHF 1,2 Milliarden gesenkt werden, wodurch die Liquidität und die Bilanz weiter gestärkt wurden. Dies alles war nur dank einem konsequenten Kosten- und Cash-Management möglich.

Betriebsstillegungen in allen Produktbereichen
Holcim reagierte rasch, als sich im zweiten Halbjahr 2008 die rückläufige Nachfrage in einer ganzen Reihe von Märkten abzeichnete. Einschneidende Massnahmen wurden im Zementbereich getroffen. Vor allem in Europa und Nordamerika wurden Werke definitiv oder temporär stillgelegt. Insgesamt wurden 23 Ofenlinien mit einer Produktionskapazität von gut 10 Millionen Tonnen ausser Betrieb genommen. Es wurden aber auch mehr als 100 Zuschlagstoffbetriebe und Transportbetonzentralen vorübergehend geschlossen. Damit war ein substantieller Personalabbau von 6 Prozent per Jahresende 2009 verbunden; er erfolgte so sozialverträglich wie möglich.

Kapazitätsausbau und Akquisition schaffen neues Potential
Das strategisch wichtige Kapazitätserweiterungsprogramm 2009-2012 konnte dank der soliden finanziellen Verfassung des Konzerns mit wenigen Abstrichen fortgeführt werden. Die Werkserweiterungen und Neubauten im Zementbereich konzentrierten sich auf Wachstumsmärkte, insbesondere auf den indischen Subkontinent.

Erwähnenswert ist aber auch das neue Zementwerk Ste. Genevieve im Bundesstaat Missouri. Es wurde planmässig im Juli in Betrieb genommen. Direkt am Mississippi gelegen und mit eigener Hafenanlage ausgerüstet, ist die Anlage mit einer Kapazität von 4 Millionen Tonnen die grösste und modernste des Landes. Dies erlaubt eine Verbesserung der Energieeffizienz um rund 40 Prozent im Vergleich zu den stillgelegten US-Anlagen. Das Werk stärkt die Marktpräsenz von Holcim im ganzen Flusssystem des Mittleren Westens bis hinunter zum Golf von Mexiko.

Von grosser Bedeutung ist die erfolgreiche Übernahme von Cemex Australia - heute Holcim Australia. Sie schliesst die Aufstockung der Beteiligung an Cement Australia von 50 auf 75 Prozent ein. Seit Oktober 2009 werden beide Konzerngesellschaften voll konsolidiert. Damit kann Holcim jetzt nicht nur Zement, sondern auch Zuschlagstoffe, Transportbeton und Betonelemente in einem strategisch wichtigen reifen Markt anbieten.

Dividendenantrag
Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung wie in den Vorjahren, einen Drittel des Konzerngewinns vom Anteil der Aktionäre Holcim Ltd von CHF 1,5 Milliarden an die Aktionäre der Gesellschaft auszuschütten. Pro Namenaktie ergibt sich demzufolge eine Bardividende von CHF 1.50.

Konsultativabstimmung zum Entschädigungsbericht
Die Aktionäre werden an der Generalversammlung vom 6. Mai 2010 zum ersten Mal zum Entschädigungsbericht des Verwaltungsrates konsultiert. Holcim ist überzeugt, dass ihr Kompensationssystem wettbewerbsfähig ist, die Führungskräfte zielgerecht motiviert, dabei aber auch den gesellschaftlichen Diskussionen standhält.

Veränderungen in Verwaltungsrat und Konzernleitung
H. Onno Ruding, seit 2004 Verwaltungsrat der Holcim Ltd, wird an der kommenden Generalversammlung altershalber aus diesem Gremium austreten. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung vom 6. Mai 2010 die Zuwahl von Beat Hess, seit 2003 Chefjurist und Mitglied der Konzernleitung der Royal Dutch Shell Gruppe, Den Haag, Niederlande. Beat Hess, 61, Schweizer Staatsbürger, ist promovierter Jurist und Anwalt. Von 1977 bis 2003 war er erst als Rechtskonsulent und später als Chefjurist des ABB-Konzerns tätig. Er ist auch Mitglied des Verwaltungsrates von Nestlé S.A., Vevey, Schweiz.

Der Verwaltungsrat der Holcim Ltd hat Roland Köhler, seit 2005 Mitglied der Geschäftsleitung und zuständig für Corporate Strategy & Risk Management, per 15. März 2010 zum Mitglied der Konzernleitung ernannt. In dieser Funktion wird er inskünftig die zentralen Service- und Support-Funktionen des Konzerns leiten. Roland Köhler, 56, Schweizer Staatsbürger, schloss das Studium der Betriebswirtschaft an der Universität Zürich ab. 1988 übernahm er die Verantwortung für Finanzen und Administration einer Schweizer Baustoffgruppe. 1994 wechselte er zu Holcim, wo er von 1995 bis 1998 das Corporate Controlling leitete. Von 1999 bis 2002 entwickelte Roland Köhler ein integrales und konzernweites Konzept für das Business Risk Management und befasste sich seit 2005 als Mitglied der Geschäftsleitung mit der Holcim-Strategie auf Konzern- und Länderebene. Er war auch Mitglied der Leadership-Teams für bedeutende Akquisitionen wie Aggregate Industries und Cemex Australia.

Konzernausblick 2010
Wie sich die Baustoffmärkte im laufenden Geschäftsjahr entwickeln werden, ist unklar. Die Unsicherheiten sind insbesondere bezüglich der Entwicklung in Europa und Nordamerika gross. Dabei hängt viel davon ab, dass die Stimulusprogramme zum Ausbau der Infrastruktur tatsächlich wie vorgesehen realisiert werden. Für die Belebung der Bautätigkeit auf breiter Front sind ausserdem Impulse im Wohn- und Gewerbebau notwendig.

In einer Reihe von Emerging Markets präsentiert sich die Ausgangslage besser. Insbesondere die Konzernregion Asien, Ozeanien dürfte - auch dank der Akquisition in Australien - weiter wachsen. Die Konzernregionen Lateinamerika und Afrika, Naher Osten dürfen wohl auch mit einem stabilen Geschäftsverlauf rechnen.

Trotz des Vertrauens in die eigenen Stärken und solider Positionen in den wichtigen Märkten sehen Verwaltungsrat und Konzernleitung davon ab, detaillierte Prognosen abzugeben. Die 2009 realisierten Kostenvorteile werden erhalten bleiben, und auch 2010 wird das Geeignete getan, die Wirtschaftlichkeit der Prozesse und die Wettbewerbskraft zu stärken. Holcim wird damit den nächsten Aufschwung gestärkt antreten und wieder auf den Pfad der langfristigen Wachstumsziele einschwenken können.

Detailinformationen zu den einzelnen Konzernregionen:

Schwierige Wirtschaftslage in Europa
Kennzahlen Europa

Aggregate Industries UK verzeichnete in allen Segmenten einen Volumenrückgang. Bis zu einem gewissen Grad dämpften ihn allerdings bedeutende Zuschlagstoff- und Transportbetonlieferungen für grosse Bauvorhaben der Olympischen Spiele 2012 in London sowie Infrastrukturbauten in Schottland. Die staatlichen Stimulierungsprogramme im Strassenbau stützten die Verkäufe von Asphalt.

In Nordfrankreich verkaufte Holcim France Benelux weniger Zement für Wohnhäuser und kommerzielle Bauten. Im Osten des Landes belasteten höhere Importe den Absatz. Nach der Fertigstellung des Hochgeschwindigkeitstrassees des TGV Est nahmen auch die Verkäufe von Zuschlagstoffen ab. Akquisitionsbedingt entwickelten sich die Transportbetonvolumen besser als der Gesamtmarkt. Grossprojekte stützten den Baustoffversand in Belgien; der Preisdruck beim Transportbeton nahm jedoch weiter zu. In den Niederlanden profitierte die Konzerngesellschaft von der Erweiterung des Strassennetzes und von Küstenschutzbauten.

Holcim Deutschland konnte aufgrund höherer Exporte beim Zementabsatz leicht zulegen. Der Baubeginn an der Ostseepipeline Nord Stream und der Ausbau der Autobahn Bremen-Hamburg auf sechs Spuren stützten den Umsatz. Der Zementverkauf in Süddeutschland war dank Strassen- und Infrastrukturbau nahezu stabil. Akquisitionsbedingt verkaufte Holcim Süddeutschland mehr Zuschlagstoffe. Bei beiden deutschen Konzerngesellschaften wirkte der Zukauf von Transportbetonzentralen der negativen Marktentwicklung entgegen.

Die Zementlieferungen von Holcim Schweiz erreichten praktisch das hohe Niveau des Vorjahres; beim Kies und Sand sowie beim Transportbeton lagen die Volumen sogar darüber. Die Konzerngesellschaft profitierte von der weiterhin soliden Auftragslage im Wohnbau, von verschiedenen kommerziellen Grossprojekten und vorgezogenen Ausbauten an Autobahnen. Dagegen litt Holcim Italien trotz bedeutender Baustofflieferungen für den Metroausbau in Mailand und innerstädtischer Siedlungsprojekte unter der allgemein schwachen Bautätigkeit im Norden des Landes. Holcim Spanien konnte den massiven Einbruch im Wohnbau durch vermehrte Lieferungen im Infrastrukturbereich nur teilweise kompensieren. Die Konzerngesellschaft hat sich dank der erfolgreichen Integration des Zuschlagstoff- und Transportbetongeschäfts von Tarmac Iberia gut verstärkt.

In Ost- und Südosteuropa zog die Wirtschaftskrise die Zementverkäufe überall stark in Mitleidenschaft. Besonders heftig war der Inlandabsatz von Holcim Bulgarien und Holcim Slowakei betroffen, auch durch hohe Zementimporte bedingt. In Ungarn, der Tschechischen Republik und Rumänien ging der Baustoffversand deutlich zurück. Etwas besser behaupteten sich Holcim Kroatien und Holcim Serbien. Für eine gewisse Stabilisierung sorgte an einigen Orten die Fortführung von zum Teil mit EU-Fördermitteln finanzierten Verkehrsbauten. So dämpfte der Ausbau an der Prager Ringautobahn den Mengenrückgang von Holcim Tschechien, während Brückenprojekte an der Sava die Liefermengen von Holcim Serbien stützten.

Nach dem massiven Einbruch im ersten Halbjahr stabilisierte sich der Absatz von Alpha Cement in Russland in und um Moskau zum Jahresende. Auch die Exportlieferungen nach Westkasachstan zogen an. Im Vergleich zu 2008 verzeichnete die Konzerngesellschaft jedoch einen signifikanten Rückgang der Zementverkäufe und -preise. In Aserbaidschan belasteten neben Marktfaktoren auch verstärkte Zementeinfuhren die Volumen und Preise von Garadagh Cement.

Die konsolidierten Liefermengen der Region Europa nahmen 2009 ab, wenn auch im zweiten Semester weniger stark. Der Zementversand sank um 20,2 Prozent auf 26,9 Millionen Tonnen. Die Zuschlagstoffverkäufe gingen um 19,7 Prozent auf 78,4 Millionen Tonnen zurück, und beim Transportbeton reduzierten sich die Volumen um 19 Prozent auf 17 Millionen Kubikmeter.

Der betriebliche EBITDA der Konzernregion Europa reduzierte sich markt- und währungsbedingt um 38,5 Prozent auf CHF 1,2 Milliarden. Die konsequent und breit umgesetzten Kostensenkungsmassnahmen entlasteten die Erfolgsrechnung im Jahresverlauf zunehmend. Dennoch erzielte nur Holcim Schweiz eine Resultatsverbesserung. Alle anderen Gesellschaften erwirtschafteten deutlich tiefere Leistungsausweise. Das war namentlich bei Holcim Spanien und den ost- und südosteuropäischen Gesellschaften sowie bei Alpha Cement der Fall. Mit -33,3 Prozent war die interne betriebliche EBITDA-Entwicklung negativ.

In Europa dürfte die Bauwirtschaft in Grossbritannien, Spanien und Italien zunächst keine wesentlichen Fortschritte machen. Auch in den meisten Staaten Ost- und Südosteuropas einschliesslich Russland wird die Lage schwierig bleiben. Eine beständigere Erholung zeichnet sich in den übrigen von Holcim belieferten Märkten ab. Wie rasch sich diese auf die Baustoffnachfrage auswirken und wie nachhaltig sie sein wird, ist zum heutigen Zeitpunkt schwer zu sagen. Die Programme zur Kostensenkung und Kapazitätsanpassung werden konsequenterweise fortgeführt.

Nordamerika im Zeichen der Krise
Kennzahlen Nordamerika

Holcim US erlitt eine signifikante Abnahme der Zementlieferungen. Neben der Wirtschaftslage beeinträchtigten ein harscher Winter, ungünstige Witterungsbedingungen im Frühjahr und wiederholte Überschwemmungen entlang der Flüsse Mississippi und Missouri die Nachfrage. Vor allem in Texas, im Osten des Landes und in der Region der Grossen Seen blieb der Absatz deutlich unter dem Vorjahr.

Holcim Kanada spürte den Einbruch der Zementexporte in die USA ab Werk Mississauga. Ferner belasteten der schwache private Wohnbau und Projektstopps im gewerblich-industriellen Bereich in der Region Ontario die Versandvolumen der Konzerngesellschaft. Etwas milder fiel der Volumenrückgang beim Zement in Quebec aus, wo weniger rezessionsanfällige Industriesektoren ansässig sind. Zudem leitete die Provinzregierung frühzeitig Stimulierungsprogramme zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise in die Wege. Projekte im Energiebereich sowie Staudamm- und Deichbauten stützten den Baustoffabsatz. Holcim Kanada erhielt den Zuschlag zur Belieferung dieser Grossbaustellen dank der Fähigkeit, in abgelegenen Regionen eine effiziente Logistik zu gewährleisten.

Aggregate Industries US wies einen Lieferrückgang in allen Segmenten aus. Neben der schwachen Bautätigkeit beeinflussten die Witterungsverhältnisse den Zuschlagstoff- und Transportbetonversand negativ. Allerdings stützten in der zweiten Jahreshälfte im Osten des Landes die staatlichen Fördermassnahmen im Strassenbau den Asphaltabsatz, und die Konzerngesellschaft konnte als Anbieterin integrierter Multiproduktlösungen bedeutende Mengen von Zuschlagstoffen und Transportbeton für den Bau von Autobahnen liefern.

Bei Holcim Kanada gingen die Zuschlagstoff- und Transportbetonmengen wegen des geringeren Baustoffbedarfs für Wohnbauten in Ontario und im Westen des Landes zurück. Die staatlichen Stützungsmassnahmen wirkten sich positiv auf die abgesetzten Asphaltvolumen aus.

Per saldo nahmen die Zementlieferungen der Konzernregion Nordamerika um 25,7 Prozent auf 10,7 Millionen Tonnen ab. Gesamthaft sank der Zuschlagstoffversand um 18,5 Prozent auf 40,2 Millionen Tonnen. Die Transportbetonverkäufe nahmen um 24,7 Prozent auf 5,5 Millionen Kubikmeter ab. Beim Asphalt betrug der Rückgang 20,6 Prozent.

Der betriebliche EBITDA der Konzernregion Nordamerika bildete sich um 17,7 Prozent auf CHF 400 Millionen zurück. Die interne betriebliche EBITDA-Entwicklung war mit -15,6 Prozent negativ. Das schwierige Marktumfeld belastete vor allem die Resultate von Holcim US. Die Konzerngesellschaft konnte die Mengenabnahme trotz Sparprogrammen nur beschränkt durch Effizienzsteigerungen auffangen. Aggregate Industries US erzielte demgegenüber auch in Schweizer Franken eine bemerkenswerte Resultatsverbesserung, und Holcim Kanada steigerte den betrieblichen EBITDA in Lokalwährung ebenfalls. Holcim erzielte in dieser Konzernregion insgesamt leicht höhere operative Margen.

Trotz der Konjunkturaufhellung ist nicht mit einer raschen Erholung der nordamerikanischen Bauwirtschaft zu rechnen. In den USA dürfte die private Bautätigkeit angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten und der vielen leerstehenden Immobilien weiterhin gedämpft bleiben. Das Stimulierungsprogramm der Administration Obama verspricht in der zweiten Jahreshälfte einige Impulse im Infrastrukturbau. In Kanada ist für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung eher eine positive Tendenz zu erwarten. Es wird, wie in den USA, mit einem moderaten Wachstum der landesweiten Bauausgaben gerechnet.

Widerstandsfähige Baustoffmärkte in Lateinamerika
Kennzahlen Lateinamerika

Bei Holcim Apasco in Mexiko nahm der inländische Zementabsatz weniger stark ab als der Marktdurchschnitt. Deutlicher zurückgefallen sind aber die Zementexporte. Auch in den nachgelagerten Bereichen ergaben sich Volumenrückgänge. Spürbar zugenommen hat der Wettbewerbsdruck. Die Fortführung der staatlichen Wohnbauförderprogramme, der Ausbau der Verkehrswege und mehrjährige Investitionsprogramme im Energiebereich stützten den Baustoffabsatz der Konzerngesellschaft.

Der verheerende Wirbelsturm "Ida" bremste im letzten Trimester zusätzlich zur allgemeinen Marktschwäche den Zementversand von Cemento de El Salvador. Zudem lieferte die Konzerngesellschaft weniger Baustoffe ins benachbarte Ausland. Auch Holcim Nicaragua setzte weniger Zement und Transportbeton ab. Demgegenüber führten bei der Schwestergesellschaft in Costa Rica bedeutende Zementlieferungen für das Damm-Grossprojekt "Pirris" zu einer positiven Mengenentwicklung. Der Bau von Betonstrassen förderte die Transportbetonverkäufe.

Holcim Ecuador steigerte den Absatz im gesamten Sortiment, dies unter anderem dank Verkehrsprojekten wie dem Neubau des Busbahnhofs in Quito oder der Sanierung der Strasseninfrastruktur im Nordwesten des Landes. Leicht sanken bei Holcim Kolumbien die Zementlieferungen im Einklang mit der Inlandnachfrage. Dank gewerblich-industrieller Bauvorhaben und des Ausbaus des öffentlichen Verkehrsnetzes in Bogotá legten die Zuschlagstoff- und Transportbetonvolumen zu. Die brasilianische Konzerngesellschaft konzentrierte sich auf margenstarke Absatzsegmente und verkaufte deshalb weniger Zement. Die Transportbetonvolumen bewegten sich trotz administrativer Bauverzögerungen und ungünstiger Witterung auf Vorjahresniveau.

Cemento Polpaico in Chile setzte in allen Produktkategorien geringere Mengen ab; neben Marktfaktoren belastete der Markteintritt neuer Mitbewerber den Absatz. Immerhin gelang es der Konzerngesellschaft, im Transportbetonmarkt für Grossprojekte erfolgreich Fuss zu fassen und die Liefereinbussen dadurch zu begrenzen. Minetti in Argentinien fiel beim Zementversand unter den Vorjahresstand, erzielte aber ein kräftiges Wachstum bei den Zuschlagstoffen und beim Transportbeton. Die im Vorjahr erfolgte Inbetriebnahme eines zusätzlichen Steinbruchs ermöglichte die Bedienung der Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Material.

Der konsolidierte Zementabsatz reduzierte sich in der Region Lateinamerika um 16,2 Prozent auf 22,8 Millionen Tonnen. Der Zuschlagstoffversand nahm um 11,9 Prozent auf 11,8 Millionen Tonnen ab, und die Transportbetonlieferungen sanken um 13,7 Prozent auf 10,1 Millionen Kubikmeter. Der Volumenrückgang ist in allen drei Segmenten massgeblich auf substantielle Änderungen im Konsolidierungskreis zurückzuführen.

Der betriebliche EBITDA ging in der Konzernregion Lateinamerika um 9,9 Prozent auf CHF 1,1 Milliarden zurück. Dafür waren ausschliesslich der starke Schweizer Franken und Veränderungen im Konsolidierungskreis verantwortlich. Auf vergleichbarer Basis nahm der betriebliche EBITDA um 10,9 Prozent zu. Zur Resultatsverbesserung trugen insbesondere die Leistungssteigerung von Holcim Ecuador, Holcim Brasilien und Minetti in Argentinien bei.

In Lateinamerika wird die Bauwirtschaft 2010 mehrheitlich solide bleiben. Per saldo wird mit einer leicht positiven Wirtschaftsentwicklung gerechnet. In Brasilien ist dank der robusten Binnenkonjunktur weiteres Wachstum möglich. Auch in Ecuador, Kolumbien und Argentinien rechnet Holcim mit einer stabilen Marktlage. Allerdings ist im chilenischen Bausektor vorerst mit keiner Erholung zu rechnen.

Solide Wirtschaftsverfassung in Afrika, Naher Osten
Kennzahlen Afrika, Naher Osten

Holcim Marokko gelang in allen Segmenten eine Mengensteigerung. Markant war die Zunahme bei den Zuschlagstoffen, teilweise wegen der Inbetriebnahme eines neuen Steinbruchs. Holcim Libanon setzte im Rahmen der laufenden Wiederaufbauarbeiten nahezu die gesamte Produktionsmenge des Werkes Chekka im Inland ab. Auch der Transportbetonabsatz stieg an. Trotz der politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen konnte sich die von Holcim Trading geführte Ländergruppe Westafrika behaupten. Die Beteiligungsgesellschaft National Cement in Abu Dhabi erzielte durch den Ausbau der Mahlkapazität eine Absatzsteigerung. Positiv wirkte sich auch die Erweiterung der Produktionsanlagen in Katar aus. Im Indischen Ozean führten die Staatskrise auf Madagaskar sowie fehlende Aufträge im Wohn- und Infrastrukturbereich auf La Réunion zu merklichen Liefereinbussen. Auf Mauritius sorgte der Start von gewichtigen Bauvorhaben in den Bereichen Verkehr und Gesundheitswesen für einen gewissen Ausgleich.

Die Zementlieferungen der Konzernregion Afrika, Naher Osten nahmen um 9,3 Prozent auf 8,8 Millionen Tonnen ab. Die Zuschlagstoffverkäufe fielen um 3,7 Prozent auf 2,6 Millionen Tonnen, während die Transportbetonvolumen um 8,3 Prozent auf 1,1 Millionen Kubikmeter zurückgingen.

Der betriebliche EBITDA stieg sowohl in Lokalwährung als auch in Schweizer Franken, nämlich um 1,4 Prozent auf CHF 373 Millionen. Auch die operative Betriebsmarge entwickelte sich positiv. Insbesondere Marokko und der Libanon steigerten ihre Ergebnisbeiträge, und die von Holcim Trading geführten Gesellschaften verbesserten ihren Leistungsausweis ebenfalls. Das interne betriebliche EBITDA-Wachstum betrug 8,2 Prozent.

In der Konzernregion Afrika, Naher Osten, insbesondere im Libanon und in Marokko, ist mit einem stabilen Wirtschaftsumfeld und Absatz zu rechnen. In Westafrika und im Indischen Ozean hängt die Entwicklung der Baustoffmärkte massgeblich von den politischen Verhältnissen ab. Von dieser Konzernregion sind gesamthaft betrachtet erneut ansprechende operative Ergebnisse zu erwarten.

Wachsende Baustoffnachfrage in Asien, Ozeanien
Kennzahlen Asien, Ozeanien

Die beiden indischen Konzerngesellschaften ACC und Ambuja Cements waren gut ausgelastet und verkauften mehr Zement als im Vorjahr. ACC nahm im Rahmen ihres strategischen Ausbaus zusätzliche Produktions- und Mahlkapazitäten in den Bundesstaaten Orissa und Karnakata in Betrieb und kann so mit dem prognostizierten Marktwachstum im Osten und Südwesten Indiens Schritt halten. Die Konzerngesellschaft konnte die Transportbetonmengen in einem insgesamt rückläufigen Gesamtmarkt halten, unter anderem dank bedeutender Lieferungen zur Erweiterung des Flughafens von Kalkutta und dem Bau eines neuen Stahlwerks in Bihar.

Substantiell mehr Zement lieferte Holcim Bangladesch aus. Holcim Lanka positionierte sich erfolgreich als Baustofflieferant für wichtige Schlüsselprojekte. Dazu gehörte beispielsweise der Bau einer Wasseraufbereitungsanlage zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung im Süden der Insel. Einen deutlich höheren Zement- und Transportbetonversand verzeichnete Holcim Vietnam. Siam City Cement in Thailand egalisierte die im Inland gelieferten Zementmengen des Vorjahres und steigerte bei voller Auslastung der vier grossen Ofenlinien im Werk Saraburi die Klinker- und Zementexporte. Der Zuschlagstoffversand erhöhte sich ebenfalls. Die Transportbetonlieferungen nahmen jedoch ab. In Singapur hielt der intensive Preiswettbewerb im Infrastrukturbau an. Die beiden dort aktiven Konzerngesellschaften hielten sich deshalb bei der Belieferung von Grossbaustellen zurück und setzten auf Absatzsteigerungen im Wohnbau. Bei Holcim Malaysia stützte der Industrie- und Strassenbau auf der Halbinsel Johor die Zementverkäufe.

Auf den Philippinen, wo zur Belieferung bedeutender Strassenbauprojekte auf Mindanao zwei Holcim-Zementwerke zur Verfügung standen, stiegen die Volumen besonders stark an. Am Standort Lugait ging eine zuvor stillgelegte Ofenlinie wieder in Betrieb. Die Exporte wurden zugunsten der Binnennachfrage limitiert. Holcim Indonesien registrierte einen stabilen Inlandversand. Für steigende Zementexporte sorgte das regional gute Investitionsklima. Cement Australia, die seit dem vierten Quartal 2009 voll konsolidiert wird, verkaufte bei nachlassender Marktdynamik und widrigen klimatischen Bedingungen vor allem an der Ostküste weniger Zement. Der Zuschlagstoffabsatz von Holcim Neuseeland nahm aufgrund der Übernahme der Managementverantwortung für einen zusätzlichen Steinbruch zu; insgesamt blieben die Volumen aber unter Druck.

Der Zementabsatz der Konzernregion Asien, Ozeanien stieg um 2,6 Prozent auf 67,3 Millionen Tonnen. Der Versand von Zuschlagstoffen nahm um 121,3 Prozent auf 10,4 Millionen Tonnen zu, und beim Transportbeton resultierte ein Anstieg um 11 Prozent auf 8,1 Millionen Kubikmeter. Darin inbegriffen ist die erstmalige Vollkonsolidierung der neu erworbenen Aktivitäten in Australien in den Bereichen Zuschlagstoffe und Transportbeton.

Der betriebliche EBITDA nahm um 17,7 Prozent auf CHF 1,8 Milliarden zu. Positiv wirkte sich auch hier der erstmalige Einbezug der in Australien getätigten Zukäufe aus. Mit wenigen Ausnahmen haben alle Konzerngesellschaften das Vorjahresresultat übertroffen. Bemerkenswert war die Leistungssteigerung der beiden indischen Konzerngesellschaften sowie von Holcim Philippinen und Holcim Indonesien. Die Mehrheit der Konzerngesellschaften hat auch die Kosteneffizienz deutlich verbessert und zur Steigerung der operativen Betriebsmarge der Konzernregion beigetragen. Das interne betriebliche EBITDA-Wachstum erreichte 21,5 Prozent.

Das Bevölkerungswachstum, der hohe Infrastrukturbedarf und die zunehmende Urbanisierung werden in der Konzernregion Asien, Ozeanien relevante Wachstumstreiber bleiben. Deshalb ist in der Mehrheit der von Holcim bedienten Märkte mit einem weiterhin hohen Baustoffbedarf zu rechnen. In Indien werden die erweiterten Kapazitäten die Grundlage für eine volle Partizipation am Nachfragewachstum legen. Auch die Akquisition in Australien wird 2010 einen soliden Beitrag zum Konzernerfolg leisten. Insgesamt wird in der Konzernregion eine weitere Zunahme der Baustofflieferungen erwartet.

Kennzahlen Holcim Konzern

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Holcim ist einer der weltweit führenden Anbieter von Zement und Zuschlagstoffen (Schotter, Kies und Sand) einschliesslich weiterer Geschäftsaktivitäten wie Transportbeton und Asphalt inklusive Serviceleistungen. Der Konzern hält Mehrheits- und Minderheitsbeteiligungen in rund 70 Ländern auf allen Kontinenten.
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