Ansiedlung von Edelkrebsen in Holcim Kiesgrube Owschlag

16 Dezember 2019

Gefährdete Edelkrebse finden in schleswig-holsteinischem Gewässer ein neues Zuhause

 

Im Beisein begeisterter Kinder aus der Waldgruppe des Owschlager Kindergartens wurden jetzt mehrere Tausend kleine Edelkrebse bei Owschlag in die Natur entlassen. Diese Ansiedlung von Edelkrebsen ist Teil der ökologischen Aufwertung eines Abgrabungsgewässers der Holcim Kies und Splitt GmbH.

schalkholz krebse

Edelkrebse sind die größten wirbellosen Tiere im Süßwasser und waren bis vor einigen Jahrzehnten in Deutschland noch weit verbreitet. Heute sind die meisten freilebenden Populationen jedoch durch eingeschleppte amerikanische Flusskrebse und deren Krankheiten vollständig verschwunden. Daher fördert das Land Schleswig-Holstein dieses Projekt mit Mitteln aus dem Programm „Fischhorizonte“. Ziel ist es, den vom Aussterben bedrohten Edelkrebs in freier Natur zu erhalten. „Dabei legen wir besonderen Wert darauf, die Besonderheiten der letzten freilebenden Bestände in Schleswig-Holstein zu erhalten, denn diese besitzen eine deutschlandweit einzigartige genetische Vielfalt“ erläutert Projektleiter Kai Lehmann vom Institut für nachhaltiges Ressourcenmanagement. Und Kiesgruben eignen sich dafür besonders gut, da die Tiere hier sauberes Wasser und optimale Lebensbedingungen vorfinden und diese durch den Kiesabbau entstandenen Kleingewässer keine direkte Verbindung zu anderen Gewässern aufweisen, in denen bereits die amerikanischen Flusskrebse eine Population aufgebaut haben.

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V.l.n.r.: Henning Willers (Kreis Rendsburg-Eckernförde), Maik Hamann (Holcim),
Helmut Jeske (Krebszucht Oeversee), Kai Lehmann (INR gGmbH)

Bis die Tiere in ihr neues Zuhause gelangen, ist es ein langer Weg. Bereits vor drei Jahren wurden dazu einige Edelkrebse aus einem bedrohten Bestand bei Kiel entnommen. Diese wurden anschließend in der Krebszucht Oeversee vermehrt und die frisch geschlüpfte Krebsbrut unter natürlichen Bedingungen aufgezogen, um für das Aussetzen optimal vorbereitet zu sein. Sowohl Henning Willers vom Landkreis Rendsburg-Eckernförde als auch Maik Hamann (LGU Nord) waren von dem Vorhaben begeistert und so versuchte man, gemeinsam passende Gewässer für die Ansiedlung der Edelkrebse zu finden. „Nach Abschluss der Nutzung überlassen wir die entstandenen Gewässer der natürlichen Entwicklung – da ist es natürlich toll, wenn wir die Natur mit diesem Projekt unterstützen können“.

Im nächsten Sommer wird ein Monitoring des Bestands durchgeführt und der Erfolg der Ansiedlung überprüft. Mit dabei sind wieder die Waldkinder aus Owschlag – die Gelegenheit, den edlen Krebsen so nahe zu kommen, gibt es schließlich nicht alle Tage.