Schleusenbau, Bremerhaven, Bolzum, Uelzen

29.10.2013
 

Schleusenbau,
Bremerhaven, Bolzum, Uelzen


Eine Schleuse ist ein Bauwerk, das wie kein anderes außergewöhnlich große planmäßige Lastwechsel auszuhalten hat. Beim Bau von Schleusenanlagen kommen daher regelmäßig große Mengen Beton monolithisch zum Einsatz, um Undichtigkeiten durch Raumfugen zu vermeiden. Besondere Herausforderungen liegen in der Begrenzung der Hydratationswärmeentwicklung. Durch Temperaturversuche wird der Nachweis geführt, dass die Grenztemperaturen mit den speziell entwickelten Betonzusammensetzungen eingehalten werden. Bei drei großen Schleusenprojekten in Norddeutschland von 2008 bis 2012 konnte die Lösungskompetenz von Holcim erfolgreich nachgewiesen werden.


Kaiserschleuse Bremerhaven

Der Neubau der Kaiserschleuse Bremerhaven mit einem Gesamtvolumen von 233 Millionen Euro war das seinerzeit größte Projekt dieser Art in Europa. Verbaut wurden ca. 45.000 m³ Transportbeton mit unseren Hochofenzement Duo 4 N (CEM III/A 42,5 N), 40.000 Tonnen Spundwandstahl und 10.000 Tonnen Betonstahl bzw. Konstruktionsstahl.

Ein maßgebliches Standbein Bremerhavens ist der Übersee-Autoumschlag mit zwei Millionen Fahrzeugen pro Jahr. Die Schleuse ist mit einer Länge von 305 Metern und 55 Metern Breite für die künftigen Auto Carrier bis zu 240 Metern Länge konzipiert. 

Schleuse Bolzum
In der Zeit von 2007 bis Herbst 2011 wurden für diesen Bau insgesamt 56.000 m³ Beton ausgeliefert, davon allein 20.000 m³ Bohrpfahlbeton, 12.500 m³ Sohlenbeton und 22.500 m³ Kammerwandbeton, eingesetzt.

Eine besondere Herausforderung stellte hierbei die Konzeption und zielsichere Herstellung des Kammerwandbetons dar. Neben hohen Anforderungen an den Frostwiderstand, die Druckfestigkeit und die Verarbeitungseigenschaften war eine begrenzte Hydratationswärmeentwicklung des Betons zu gewährleisten. Die Holcim Betontechnik konnte auch hier mit einem leistungsfähigen Lösungsansatz überzeugen.


Schleuse Uelzen

Im Dezember 2006 wurde die Schleuse Uelzen II nach mehr als achtjähriger Bauzeit dem Verkehr übergeben. Mit der Sparschleuse wird eine Fallhöhe von 23 Metern überwunden. Die Sparbecken sind beidseitig der Kammer auf vier Ebenen übereinander angeordnet, wodurch ca. zwei Drittel der Schleusenfüllung von knapp 60.000 m³ zurückgehalten werden. Die Schleuse Uelzen II ist damit die größte Sparschleuse der Welt. Eingesetzte Baustoffmengen:

  • Beton in C 25/30 rund 236.000 m³, davon rund 166.000 m³ LP-Beton zu 85 Prozent gepumpt
  • Beton C 30/37 rund 4.000m³ in sechs unterschiedlichen Betonsorten

 
Bauherr: Jeweilige Wasser- und Schifffahrtdirektion
Bauzeit (Uelzen/Bolzum/Bremerhaven): 2001-2012